Di Dienstag
15.
Dez Dezember
Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?
Johannes 1,46

Klein, ärmlich und unbedeutend

Es gibt verrufene Städte oder Orte, die eine sprichwörtliche Bedeutung erlangt haben. Man braucht nur ihren Namen zu erwähnen - schon hat jeder ein entsprechendes Bild vor Augen. Ein solcher Ort war im 1. Jahrhundert Nazareth. Die Stadt lag in der ländlichen, armen Region Galiläa, war zu felsig für eine lohnende Landwirtschaft und zu weit vom See Genezareth entfernt, um vom Fischfang zu profitieren. Ausgrabungen deuten darauf hin, dass es sich lediglich um eine Ansammlung einfacher Häuser handelte. Kein wirklicher Publikumsmagnet!

Trotzdem muss die Frage im heutigen Text eindeutig mit Ja beantwortet werden. Denn Jesus Christus, der „Herr der Herrlichkeit“ (1. Korinther 2,8), entschied sich bewusst dafür, sich mit diesem unbedeutenden, verachteten Nazareth zu identifizieren.

Als direkter Nachkomme von König David hätte Er das Recht gehabt, im angesehenen Bethlehem, seinem Geburts­ort, zu wohnen. Doch seine Eltern kamen aus Nazareth, und so verbrachte Er seine Kindheit und Jugend in dieser verachteten Stadt. Obwohl Er zu Beginn seines öffentlichen Auftretens nach Kapernaum übergesiedelt war, nannte man Ihn damals wie auch heute „Jesus von Nazareth“.

Wenn die Römer jemanden kreuzigten, wurde das jeweilige Verbrechen auf einer Tafel über dem Kopf des Verurteilten angegeben - als abschreckendes Beispiel für andere. Die Anklage über dem Kreuz von Jesus Christus lautete: „Jesus, der Nazaräer, der König der Juden“ (Johannes 19,19).

Jahre später näherte sich Saulus von Tarsus der Stadt Damaskus, als ihn plötzlich ein helles Licht umstrahlte und er zu Boden stürzte. Auf seine Frage: „Wer bist du, Herr?“, bekam er zur Antwort: „Ich bin Jesus, der Nazaräer“ (Apostel­geschichte 22,8). Selbst als der Auferstandene, der in den Himmel aufgefahren war, bekannte sich Jesus noch immer zu seiner verachteten Heimatstadt Nazareth.