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Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert. Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein.
Johannes 10,12-16

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Nur einer ist der Gute Hirte: Jesus Christus, der Sohn Gottes. Wie sehr liegen Ihm die Schafe am Herzen – im Gegensatz zu dem, der nur gegen Bezahlung unter dem Volk Gottes arbeitet; dem liegt nämlich nichts an den Schafen.

Ist es nicht beruhigend und tröstend, dass der Hirte uns durch und durch kennt: alle unsere Bedürfnisse, unsere Stärken und Schwächen und auch unsere Neigung umherzuirren? Und Er liebt uns mit einer Liebe, die Ihn getrieben hat, sein Leben für uns zu geben. Die Schafe wiederum kennen ihren Hirten: seine Vollkommenheit, Weisheit, Macht und Liebe.

Achten wir auf den Vergleich: Der Herr und die Seinen kennen sich wie die Personen der Gottheit – Vater und Sohn – sich kennen. Wer hätte diese Parallele erwartet? Sie zeigt uns, in welch einem innigen Verhältnis die Gläubigen zu ihrem Herrn stehen.

Außer den Schafen aus der jüdischen Herde gibt es noch andere Schafe: Menschen aus dem Heidentum; auch sie haben die Stimme des Hirten gehört und dem Evangelium geglaubt. Für den Hirten gehören sie unbedingt zu seiner Herde. Aber sie kommen nicht in eine neue Einfriedung. Schafe, zusammengehalten durch äußere Beschränkungen – das finden wir im Alten Testament. Schafe, zusammengehalten durch persönliche Ausstrahlung und Anziehungskraft des Hirten – das ist wahres Christentum.