So Sonntag
16.
Mai Mai
Heilige sie durch die Wahrheit: Dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt; und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.
Johannes 17,17–19

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Der Sohn Gottes als Mensch auf der Erde betet zu seinem Vater. Seine Anliegen betreffen überwiegend das Leben seiner Jünger, die Er hier in dieser Welt zurücklassen würde. Sie sollten vor dem Bösen bewahrt bleiben. Mehr noch: Der himmlische Vater sollte sie durch die Wahrheit heiligen. Die Jünger sollten ganz Gott geweiht sein und so ihr Leben führen. Das Wort des Vaters hatte sie nicht nur von der Welt abgesondert, die den Sohn Gottes ablehnte, sondern auch von den alten jüdischen Sitten und Gebräuchen, die auf den Sohn vorauswiesen.

Bevor der Sohn Gottes auf die Erde kam, hatte Gott den Menschen schon Wahrheiten mitgeteilt, aber nicht die Wahrheit. „Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden“ (Kap. 1,17). Mit Ihm und seiner Offenbarung des Vaters wurde deutlich, wer Gott, wer der Mensch, wer der Teufel, was Sünde ist, kurzum: wie alle Dinge wirklich sind. So kann die Wahrheit uns aus der Selbsttäuschung dieser Welt herauslösen. Wir heute besitzen die Wahrheit in der Bibel, dem vollendeten Wort Gottes.

Die Jünger sollten für Gott abgesondert leben, um ihre neue Aufgabe erfüllen zu können. Denn so wie der Sohn Gottes in die Welt gesandt worden war und den Vater offenbart hatte, so würden jetzt auch die Jünger in die Welt gesandt, um ihren Herrn und Meister kundzutun.

Für ihre Heiligung war noch etwas nötig: Der Herr selbst musste sich heiligen, das heißt, in die Herrlichkeit des Himmels eingehen, damit das Herz der Jünger sich nicht in dieser Welt verliert, sondern bei seinem „Schatz“ im Himmel ist - bei Christus.