So Sonntag
14.
Aug August
Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, aus dem Bauch des Fisches und sprach: Ich rief aus meiner Bedrängnis zu dem HERRN, und er antwortete mir; ich schrie aus dem Schoß des Scheols, du hörtest meine Stimme. Denn du hattest mich in die Tiefe, in das Herz der Meere geworfen, und der Strom umschloss mich; alle deine Wogen und deine Wellen fuhren über mich hin.
Jona 2,2–4

Gedanken zum Propheten Jona

Lange hat Jona sich Gott gegenüber in Schweigen gehüllt. Nicht einmal als er den Seeleuten mitgeteilt hat, dass er auf der Flucht vor dem HERRN sei, ist von einem Gebet die Rede. Erst als er dann im Meer Todesängste ausstehen muss, schreit er zu Gott.

Wie lange dauert es oft, bis wir endlich anfangen zu beten! Manchmal müssen schlimme Dinge passieren, bis wir mit unserer vielleicht selbst verschuldeten Not zu Gott kommen.

Jonas Gebet gleicht einem Psalm. Auch die Ausdrücke, die er verwendet, finden sich in ähnlicher Form im Buch der Psalmen wieder. Als Prophet Gottes wird Jona mit diesem Bibelbuch einigermaßen vertraut gewesen sein. Es dient dazu, die Erfahrungen und Empfindungen anderer auf die eigene Lebenssituation anzuwenden und darin Trost und Hilfe zu finden.

Wie bereits bemerkt, vergleicht der Herr Jesus den Aufenthalt Jonas im Bauch des Fisches mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Insofern dürfen wir die Empfindungen Jonas, die er in seinem Gebet ausdrückt, auf Christus in seinen Todesleiden anwenden. In diesem Sinn hören wir Ihn klagen: „Tiefe ruft der Tiefe beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen“ (Psalm 42,8). Dem Sohn Gottes blieb nichts erspart, obwohl Er selbst nie etwas Unangemessenes getan geschweige denn gesündigt hatte.

Vielleicht kann diese Beispielgeschichte dem einen oder anderen bewusst machen, wie trügerisch das „Halsband“ der Sünde ist, so dass er sich rechtzeitig nach Befreiung ausstreckt.