Mo
16
Jul
Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.
Offenbarung 3,20

Ein Christ klopft an eine Wohnungstür im Hinterhaus. Eine schwache Stimme fragt: „Wer ist da?“ – „Ich bringe Ihnen eine gute, trostreiche Botschaft. Kennen Sie das Evangelium?“ Ein Rasseln der Türkette, ein kurzes Klicken des Riegels; dann öffnet sich die Tür einen Spalt und gibt den Blick auf eine gebeugte, zitterige Gestalt frei.

Der Besucher tritt ein. Die Wohnung ist dürftig möbliert. „Gewöhnlich öffne ich niemand die Tür“, sagt die alte Dame, „und ich weiß gar nicht, warum ich Sie jetzt hereingelassen habe. Ich glaube, es ist das Wort ,Evangelium‘, das Erinnerungen in mir wachgerufen hat. Wissen Sie, ich habe bessere Zeiten gekannt, aber das Blatt hat sich gewendet. Ich habe viele Freunde gehabt, doch sie sind zerstoben wie ein Schwarm Spatzen. Jetzt bin ich allein und einsam. Es bleibt mir nichts mehr.“

„Doch, es bleibt Ihnen Jesus, der Sohn Gottes. Auch Er klopft an die Tür – an die Tür Ihres Herzens. Lassen Sie Ihn ein! Sie werden es nicht bereuen. Wissen Sie, dass Er in die Welt gekommen ist, um zu erretten, was verloren ist? – Gott sucht Sie, um Sie zu erretten. Gott liebt Sie.“

Der Blick der alten Frau hellt sich auf. „Ich habe nie geglaubt, dass Gott sich noch um mich kümmert und dass Er mich lieben könnte.“

Als der Besucher sie verließ, gab er ihr noch ein Büchlein mit dem Text eines der vier Evangelien. Darin las die Frau mit großer Aufmerksamkeit von der suchenden und rettenden Liebe des Heilands. Und dann öffnete sie Ihm die Tür ihres Herzens.

Jetzt wohnte sie zwar immer noch allein, aber sie war nicht mehr einsam. Sie hatte in Christus einen Freund, der sie nie mehr verlassen würde.