
Töne sehen
Überall ist immer irgendetwas zu hören. Mal lauter, mal leiser dringen Töne an das menschliche Ohr. Aber haben Sie schon einmal eine Schallwelle gesehen? „Natürlich nicht!", werden Sie jetzt antworten. „Die kann man doch nur hören!“ Stimmt - und stimmt auch wieder nicht. Denn was wir hören, sind ja genau genommen nicht die Schallwellen selbst, sondern mechanische Schwingungen, die unser Trommelfell erreichen, in elektrische Impulse umgewandelt und schließlich im Gehirn interpretiert werden.
Natürlich sind Schallwellen mit bloßem Auge nicht sichtbar, doch sie lassen sich sichtbar machen. Ein einfaches Experiment zeigt das: Spannen Sie eine Frischhaltefolie straff über ein Glas und streuen Sie ein paar Reiskörner darauf. Stellen Sie das Glas auf einen Lautsprecher und spielen Sie Musik mit höherer Lautstärke ab - die Reiskörner beginnen zu hüpfen. Zugegeben, man muss genau hinschauen, aber es funktioniert tatsächlich.
Noch präzisere Möglichkeiten bieten sogenannte Akustik-Kameras, mit denen Schallwellen sichtbar gemacht werden können. Sie kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Rohre oder Tanks, in denen gefährliche Stoffe transportiert oder gelagert werden, auf undichte Stellen überprüft werden müssen.
Interessanterweise verbindet die Bibel Hören und Sehen manchmal miteinander. Unser Tagesvers zeigt: Gott hört und sieht uns immer und überall - egal ob wir laut zu Ihm beten oder nur in Gedanken zu Ihm rufen. Er hört und sieht unser Elend und unsere Freude, denn Er hat großes Interesse an uns und unserem ewigen Heil.
„Du bist der Gott des Schauens“, rief einst eine entlaufene Sklavin, als der Engel des HERRN sie fand und ihr ins Herz sprach (1. Mose 16,13). Wie wahr ihre Worte doch sind!