
Jesus Christus kennenlernen - Er ist sorgfältig
Das Desaster für Simon Petrus. Schlimmer als alles, was er sich hätte vorstellen können. Jesus war verhaftet und abgeführt worden. Petrus ist dem Trupp von weitem durch die kalte, dunkle Nacht gefolgt. Während Jesus verhört wird, will er sich am Feuer wärmen, das die Soldaten im Hof entzündet haben. Er setzt sich zu ihnen, mitten hinein, wie ein verirrtes Schaf in die Höhle des Löwen tappt. Und schon erkennt ihn eine Magd als Begleiter Jesu. Petrus nimmt instinktiv eine Abwehrstellung ein und versichert: „Ich bin es nicht!“ Von seinem Platz aus kann er sehen, wie sein Meister gerade geschlagen und angespuckt wird. In der Folge wird Petrus noch zweimal auf seine Beziehung zu Jesus angesprochen, und zuletzt schwört er sogar: „Ich kenne diesen Menschen nicht!“
Da dreht sich Jesus zu seinem Jünger um und sieht ihn an. Siedend heiß fällt es Petrus ein: Der Herr hatte ihn doch gewarnt und gesagt: „Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen.“ Bitterlich weinend schleicht er aus dem Hof. Doch Jesu Blick ist wie ein Seil, das Petrus vor der völligen Verzweiflung bewahrt. Denn Jesus hatte ihm gesagt: „Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört" (Lukas 22,34.32).
Dann, am Tag seiner Auferstehung, führt Jesus ein Vier-Augen-Gespräch mit Petrus. Die Bibel berichtet nichts weiter darüber, aber eins steht fest: Der Herr hat Petrus vergeben.
Einige Tage später am See Genezareth. Jesus frühstückt mit einigen seiner Jünger. Danach fragt Er: „Simon, liebst du mich mehr als die anderen mich lieben?“ Petrus antwortet bescheiden: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Noch zweimal befragt Jesus seinen Jünger nach dessen Liebe - bis Petrus traurig wird. Ist das denn nötig? Unbedingt! Petrus soll begreifen, dass er nur lieben kann, weil Jesus ihn zuerst geliebt hat. Dann vertraut ihm Jesus eine wichtige Aufgabe an, damit alle mitbekommen: Mit Petrus ist alles wieder in Ordnung. - Ja, Jesus ist sorgfältig!