
Gedanken zum Markus-Evangelium
Das Verhältnis des römischen Statthalters Pilatus und der Juden könnte man mit „Antipathie“ beschreiben. Kein Wunder, dass Verhandlungen zwischen diesen beiden Parteien schwierig sind. Da Pilatus nicht riskieren will, dass ihn die Juden beim Kaiser anklagen, versucht er, Revolten in Judäa zu verhindern. Die Gepflogenheit, zum Passahfest einen Gefangenen zu begnadigen, hilft ihm dabei, das Volk zu besänftigen.
Jetzt ist es wieder so weit: Die Volksmenge fordert eine Freilassung. Sogleich bietet Pilatus ihnen „den König der Juden“ an und hofft, dass sein Angebot ihnen zusagt. Denn am liebsten möchte er kein unschuldiges Blut vergießen.
Der Vergleich zwischen Barabbas und Jesus fällt eindeutig aus: dieser - ein Sohn des Teufels, jener - der Sohn Gottes; dieser - ein Mörder, jener - der Retter der Welt; dieser - ein Aufrührer, jener - ein Mann, „in dessen Mund keine Gegenreden sind“ (Psalm 38,15).
Doch der Neid der Hohenpriester ist grausam: Sie hetzen die Volksmenge gegen Jesus auf, so dass diese nicht mehr zu bändigen ist. Ohne jegliche Begründung fordert sie die Kreuzigung Jesu, ganz gleich, was Pilatus ihnen auch entgegensetzt.
Das Volk, in dem Jesus Christus wohltuend und heilend gewirkt hat, entscheidet sich schließlich gegen Ihn. Genauso tragisch ist die Entscheidung des Pilatus: Er lässt den „Heiligen und Gerechten“ töten, um seine politischen Vorteile zu sichern.