Sa Samstag
31.
Okt Oktober
Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.
Epheser 2,8.9

Die 95 Thesen und die Folgen

Heute vor 509 Jahren schickte Martin Luther einen Brief an den Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Beigelegt waren seine 95 Thesen, in denen er sich vor allem gegen den geschäfts­mäßigen Handel mit Ablassbriefen wandte. Da eine Antwort ausblieb, leitete Luther die Thesen an einige Bekannte weiter, die sie kurz darauf ohne sein Wissen veröffentlichten. So wurden sie zum Auslöser einer reichsweiten Diskussion.

Ein Höhepunkt dieser Bewegung war der Reichstag zu Worms, wo Luther am 17. April 1521 vor dem Kaiser erschien. Am ersten Tag legte man ihm viele seiner Schriften vor, zu denen er Stellung beziehen sollte. Dann wurde er zum wiederholten Mal aufgefordert, alles zu widerrufen. Luther bat um eine Nacht Bedenkzeit. Am folgenden Tag erklärte er, dass er nicht widerrufen könne, ohne gegen sein Gewissen und Gottes Wort zu handeln. Damit stellte er sich auf die Seite der Bibel - und gegen Rom.

Als Folge wurde Luther zum Ketzer erklärt. Die Reichsacht wurde über ihn verhängt, seine Schriften verboten, seine Person vogelfrei. Doch Kurfürst Friedrich III. erkannte, in welcher Gefahr sein Wittenberger Professor schwebte, und ließ ihn in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf die Wartburg bringen und verstecken. Dort begann Luther, das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen. Zwölf Jahre später erschien die vollständige Lutherbibel - eine außerordentliche Leistung!

Der Tagesvers bringt die Schlüsselerkenntnis Luthers auf den Punkt: Kein Mensch kann sich den Himmel durch eigene Leistung verdienen. Gott rettet den Sünder allein aus freier Gnade - und schenkt jedem, der an Jesus Christus glaubt, völlige Vergebung seiner Schuld und ewiges Leben.