Do Donnerstag
29.
Okt Oktober
Paulus, Apostel Christi Jesu ... Timotheus, meinem echten Kind im Glauben.
1. Timotheus 1,1.2

Die beiden Briefe an Timotheus …

… sind letzte Briefe von Paulus, geschrieben an seinen engsten Mitarbeiter.

Paulus wird in Jerusalem gefangen genommen, anschließend zwei Jahre in Cäsarea inhaftiert und später nach Rom überstellt, wo er nochmals zwei Jahre im Gefängnis verbringt. Nach seiner Freilassung besucht er zusammen mit Timo­theus die Versammlung in Ephesus, lässt ihn dort zurück und reist weiter. Wenig später - etwa im Jahr 63 n. Chr. - schreibt Paulus seinen ersten Brief an seinen jüngeren Mitarbeiter.

Dieser erste Timotheusbrief ist zwar persönlich gehalten, behandelt jedoch ein Thema, das alle Gläubigen angeht: die Versammlung (Gemeinde) als Haus Gottes, „der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit“ (Kap. 3,15).

Ungefähr drei Jahre später ist Paulus erneut in römischer Haft. Von dort aus schreibt er seinen zweiten Brief an Timotheus, der zugleich sein letzter ist. Und letzte Worte haben oft besonderes Gewicht. Paulus erkennt den beginnenden Verfall des Christentums: Es wird zunehmend schwer, Gläubige und Ungläubige zu unterscheiden. Es sieht düster aus, doch Paulus resigniert nicht.

Er erinnert Timotheus an Jesus Christus, der auch in Zeiten des Verfalls treu bleibt, und fordert ihn auf, selbst auch dem Herrn treu zu bleiben. Er macht ihm Mut, seinen Dienst als Evangelist fortzusetzen - auch unter schwierigen Umständen.

Letzte Briefe sind oft spannende Briefe - wie auch hier. Während der erste Brief das Gebet sowie Tätigkeiten und Umgangsformen im Miteinander der Gläubigen thematisiert, wirkt der zweite Brief teilweise wie ein Spiegelbild der heutigen Zeit (z. B. Kap. 3,1-5). Gleichzeitig motiviert er jeden echten Christen, dem Herrn treu nachzufolgen - zunächst persönlich, dann aber auch im Miteinander.