
Jesus Christus kennenlernen - Verraten
Autokratische Regimes setzen bis heute auf diese bewährte Strategie und finden sowohl unwillige als auch willige Mittäter: bespitzeln, belauern, Vertrauen missbrauchen, verraten - sogar im engsten Freundes- und Familienkreis. Verrat hinterlässt tiefe Wunden. Das Urbild des Verräters ist Judas Iskariot mit seinem berüchtigten „Judaskuss“.
Die letzte gemeinsame Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern ist das feierliche Passahfest, das an den Auszug Israels aus Ägypten erinnert. Jesus sagt ihnen: „Mich hat sehnlich verlangt, vor meinem Leiden mit euch dieses Passahlamm zu essen“ (vgl. Lukas 22,15).
Während der Mahlzeit kündigt Er an, dass einer aus ihrer Mitte Ihn an die Feinde verraten wird. Die Jünger sind so verunsichert, dass jeder von ihnen sich vergewissern will: „Ich bin es doch nicht, Herr?“ (Matthäus 26,22). Jesus macht den Verräter kenntlich: „Der ist es, dem ich den Bissen geben werde, wenn ich ihn eingetaucht habe.“
Judas nimmt die Entlarvung ungerührt hin. Er verlässt den Herrn, den Jüngerkreis - und geht hinaus in die Dunkelheit (vgl. Johannes 13,26–30).
Später in der Nacht, draußen im Garten Gethsemane, taucht Judas wieder auf. Doch er kommt nicht allein, sondern führt eine bewaffnete Schar an. Sein Gesicht wird vielleicht vom flackernden Licht der Flammen beleuchtet, als er sich Jesus nähert, um Ihn zu küssen. Denn das ist das vereinbarte Zeichen für diejenigen, die Jesus verhaften wollen.
Unfassbar, wie liebevoll der Herr Judas anspricht: „Freund“ - obwohl der Satan bereits in seinen Jünger gefahren ist. Doch Jesu Liebe beantwortet Judas mit Heuchelei - er verrät den Sohn Gottes mit einem Kuss. Wie niederträchtig!