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21.
Sep September
Mein Fels und meine Burg bist du; und um deines Namens willen führe mich und leite mich.
Psalm 31,4

Die Zeit seines kurzen Lebens (1)

Mittwoch, 2. Oktober 2013. Ich bin im fünften Monat schwanger mit unserem vierten Kind. Mein Mann begleitet mich zur Ultraschalluntersuchung. Das Schweigen der Gynäkologin, während sie mich untersucht, verheißt nichts Gutes. Behutsam erklärt sie uns dann, dass sie die linke Herzkammer des Babys nicht sehen konnte. Wir verlassen die Praxis, ohne wirklich zu begreifen. Doch eins ist klar: Was uns trifft, ist schrecklich - unser Baby wird nicht lebensfähig sein. Es wird zwar wachsen und sich in meinem Bauch vollkommen entwickeln, doch nach der Geburt nur wenige Minuten, höchstens Stunden überleben. Ein Albtraum … Warum, Herr?

Bei der Beratung in der Kinder-Kardiologie erklärt man uns drei mögliche Optionen:

  1. Einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen.
  2. Unser Kind direkt nach der Geburt operieren lassen - was die Spezialisten als medizinisch sinnlos einstufen.
  3. Das Baby nach der Geburt für die Zeit seines kurzen Lebens begleiten.

Als wir nach Hause kommen, höre ich unseren Zweiten (6 Jahre alt) singen:

„Sieh, meine Hand ist noch ganz klein! Macht mich das traurig? Nein! Denn Jesu Hand ist stark und groß, Er lässt mich niemals los!“

Es ist wirklich wahr! Die Hand unseres Babys ist so klein, so zerbrechlich, aber Jesus hält sie bereits fest! Dieses tröstliche Bild wird mich nicht mehr loslassen. Selbst wenn mein Verstand kaum Worte dafür findet, mein Glaube - unser Glaube - weiß es. Müssen wir wirklich zwischen diesen Optionen wählen? - Wir haben nicht gewählt, denn wir spüren, dass Gott von uns Vertrauen erwartet. Wir müssen also im Vertrauen akzeptieren, dass Gott das Beste für dieses Kind und für uns will, unsere Pläne aufgeben und uns seiner guten Hand anvertrauen … Einfach gesagt, aber nicht einfach zu leben … (Fortsetzung morgen)