
Das Buch der Richter …
… ist ein überwiegend trauriges Bibelbuch. Es erzählt die Geschichte des Volkes Israel im Land Kanaan, beginnend mit dem Tod Josuas, unter dessen Führung Israel einige Jahre zuvor das Land erobert hatte. Von dort aus schlägt es den Bogen bis zur Zeit des Propheten Samuel und zum Beginn der Königszeit, wie sie im ersten Buch Samuel beschrieben wird. Das Richterbuch umfasst damit einen Zeitraum von ungefähr 320 Jahren.
Es schildert einen immer wiederkehrenden Kreislauf: Israel wendet sich von Gott ab und verehrt Götzen … das Volk wird von Nachbarvölkern unterdrückt … nach einiger Zeit schreit es zu Gott um Hilfe … Gott erhört den Hilfeschrei und sendet Männer oder Frauen, die Israel von seinen Feinden befreien … darauf folgt eine Zeit der Ruhe, bis der Zyklus von Neuem beginnt.
Erzählt werden sieben solcher Perioden der Unterdrückung und ebenso viele Phasen der Befreiung - durch insgesamt zwölf sogenannte Richter. Chronologisch endet das Buch mit Kapitel 16. Die folgenden Kapitel (17-21) schildern zwei Beispiele, die exemplarisch den moralischen und geistlichen Verfall des Volkes zeigen: zunächst hinsichtlich des Gottesdienstes (Kapitel 17-18), dann im Blick auf Moral und Zusammenhalt (Kapitel 19-21).
Der letzte Vers des Buches fasst die Lage zusammen: „In jenen Tagen war kein König in Israel“ - ein Hinweis darauf, dass das Buch offensichtlich zu Beginn der Regierung des Königs Saul entstanden ist. Und weiter heißt es: „Jeder tat, was recht war in seinen Augen“ - eine treffende Zusammenfassung und gleichzeitig eine Überschrift über das gesamte Buch.
Das Buch der Richter berichtet vom menschlichen Versagen - aber ebenso von der göttlichen Gnade und Rettung. Die von Gott berufenen Richter weisen hin auf den damals noch zukünftigen Retter Jesus Christus.