
Gedanken zum Markus-Evangelium
Jesus ist festgenommen worden, und die Jünger sind geflohen. Nun wird Er zu denen gebracht, die den Haftbefehl gegen Ihn erlassen haben, den religiösen Führern Israels. Sie wollen Ihn verhören, doch ihr Urteil steht längst fest: Jesus soll getötet werden (V. 1). Vergleicht man die vier Evangelien, lassen sich insgesamt sechs verschiedene Verhöre feststellen, die in folgender zeitlicher Reihenfolge abliefen:
- Das Verhör vor Annas, dem Schwiegervater des Hohenpriesters Kajaphas (Johannes 18,13–24)
- Das Verhör vor Kajaphas (Matthäus 26,57–68; Markus 14,53–65)
- Das Verhör vor dem Synedrium (Markus 15,1; Lukas 22,66–71)
- Das erste Verhör vor Pilatus (Matthäus 27,2.11–14; Markus 15,1–5; Lukas 23,1–6; Johannes 18,28–38)
- Das Verhör vor Herodes (Lukas 23,7–12)
- Das zweite Verhör vor Pilatus (Matthäus 27,15–26; Markus 15,6–1; Lukas 23,13–25; Johannes 18,39–19,16)
Der Evangelist Markus setzt mit dem Verhör vor dem Hohenpriester Kajaphas ein. Es ist Mitternacht, und eine „außerordentliche Sitzung“ findet statt. Offenbar soll das Verhör vor dem Synedrium gut vorbereitet werden, damit das Todesurteil zügig vollstreckt werden kann.
Während die Versammelten Jesus von Nazareth voller Hass begegnen, fühlt Petrus sich von Ihm angezogen. Deshalb kehrt er von seiner Flucht zurück und setzt sich zu den Dienern des Hohenpriesters. Er will sehen, wie es mit seinem Herrn weitergeht (Matthäus 26,58). Doch ist er in der richtigen Gesellschaft? Es dauert nur noch wenige Augenblicke, bis er kläglich scheitert und Jesus dreimal verleugnet.