Do Donnerstag
27.
Aug August
Ihr habt euch von den Götzenbildern zu Gott bekehrt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.
1. Thessalonicher 1,9

Christen in aller Welt - Manuel aus Kolumbien

Manuel lebt in den Bergen der Sierra Nevada. Er stammt aus einer angesehenen Familie der Arhuacos, einer der über 100 indigenen Bevöl­kerungs­gruppen in Kolumbien. Die Arhuacos sind ein eigentlich friedlicher Stamm, der sich bemüht, im Einklang mit der Natur zu leben, sie zu schützen und zu bewahren. Manuels Angehörige und Freunde sind Mamus, spirituelle Oberhäupter des Stamms, die in Kontakt mit Geistern stehen.

Da es in der Nähe des Dorfs keine Schule gibt, bringen ihn die Eltern in einen anderen Ort, der etwa 12 Stunden Fußmarsch entfernt liegt. Zur Bestreitung seines Lebensunterhalts erhält Manuel einige Kühe und Kleinvieh, die er in den Wäldern versorgen muss.

Die Trennung von der Familie macht Manuel schwer zu schaffen. Durch einen Mitschüler hört er von dem Gott der Christen. Als er in den Wäldern mehrfach in gefährliche Situationen gerät, betet er zu Gott - und erfährt Hilfe. Dennoch ist er zunächst nicht bereit, mit dem animistischen Glauben zu brechen. Erst als es im Wald zu einem Unfall kommt, bei dem er an den Beinen schwer verletzt wird, entscheidet sich Manuel, Jesus als seinen Retter und Herrn anzunehmen.

Er beginnt, die Bibel zu studieren. Als er sich schließlich traut, mit seiner Familie über seinen neuen Glauben zu sprechen, versuchen seine Angehörigen, ihn davon abzubringen. Manuel spürt, dass er gehen muss. Obwohl in Kolumbien Religions­freiheit herrscht, werden indigene Christen von ihren Leuten abgelehnt, eingesperrt und schikaniert.

Noch immer auf Gehhilfen angewiesen, wan­dert Manuel stun­den­lang durch die Wälder zu einer Missionsstation, wo er eine fundierte An­leitung zum Bibelstudium erhält. Nach vier Jah­ren kehrt er in seine Heimat zurück, um dort von seinem Herrn Jesus zu erzählen und andere indigene Christen zu begleiten.