Fr Freitag
14.
Aug August
Und siehe, eine Frau, die in der Stadt war, eine Sünderin, brachte ein Alabasterfläschchen mit Salböl, und hinten zu seinen Füßen stehend und weinend, fing sie an, seine Füße mit Tränen zu benetzen; und sie trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl.
Lukas 7,37.38

Jesus Christus kennenlernen - Er ist anziehend

Die Gegensätze bei dieser Begegnung könnten kaum größer sein. Jesus ist bei einem angesehenen, frommen Mann eingeladen. Pharisäer Simon gibt ein Essen. Plötzlich - eine Unterbrechung. Eine Frau stört die Mahlzeit! Empörend, findet Simon. Die ungebetene Besucherin kommt dorthin, wo Jesus am Tisch liegt. (Damals pflegte man „zu Tisch zu liegen“, aufgestützt auf einen Arm, der niedrigen Tafel zugewandt, den Körper nach hinten gestreckt). Die Frau hat ein wertvolles Fläschchen aus Alabaster mitgebracht. Alabaster ist ein Gipsstein, der wegen seiner Lichtdurchlässigkeit, Feinkörnigkeit und Wärme von Bildhauern und anderen Künstlern sehr geschätzt wird. Das schöne Behältnis enthält wertvolles Salböl.

Die Frau weint. Sie weint auf Jesu Füße. Sie weint so heftig, dass sie Jesu Füße anschließend abtrocknen muss. Dazu benutzt sie - ihre Haare! Dann salbt und küsst sie die Füße Jesu.

Eine ungewöhnliche Szene. Diese Frau möchte Jesus ihre tiefe Dankbarkeit und Liebe zeigen und überwindet ihre Scheu. Und sie hat sich in Jesus nicht getäuscht, denn Er lässt sie nicht nur gewähren, sondern verteidigt sie in der Folge gegen die abwertenden Gedanken und die Verurteilung durch den Pharisäer. In der Stadt hat sie einen schlechten Ruf, wohl nicht unberechtigt. Deshalb ist sie Ablehnung und Verachtung gewöhnt. Doch Jesus ist anders. Bei Ihm findet sie Zuwendung, Vergebung und Wertschätzung. Und nicht nur sie. Zöllner wie Zachäus und Matthäus, Bettler wie der blinde Bartimäus und andere Leute am Rand der Gesellschaft fühlen sich von Jesus angezogen, weil sie seine Liebe besonders spüren. Bei Ihm finden alle Ruhe, die mühselig und beladen sind (vgl. Matthäus 11,28).