
Die Brieftasche
Theresa lebt mit ihren Eltern auf dem Land. Erst vor drei Monaten hat sie eine Arbeitsstelle in der Nachbarstadt angenommen, und ihr bescheidenes Gehalt ist ein wertvoller Beitrag für die Familie. Heute hat sie gerade ihren Lohn erhalten. Im Dorf angekommen, steigt sie vom Fahrrad - und erschrickt: Ihre Brieftasche mit dem gesamten Gehalt ist verschwunden! Sofort fährt sie den ganzen Weg zurück, sucht überall, doch vergeblich. Die Brieftasche bleibt unauffindbar.
Da kommt ihr der Gedanke: „Gott könnte mir helfen.“ Aber ist ihr Problem nicht zu klein für den, von dem es in der Bibel heißt, dass Er „die Zahl der Sterne zählt, sie alle mit Namen nennt“ (Psalm 147,4)? Doch dann erinnert sie sich daran, dass selbst die Haare unseres Hauptes alle gezählt sind.
Fast zu Hause angekommen, sieht sie ihre Mutter ihr winkend entgegenlaufen. Was hält sie da in der Hand? Ein Wunder - die Brieftasche! Und das Geld ist noch vollständig darin.
Eine Frau aus dem Dorf hatte sie auf dem Bürgersteig vor einem großen Geschäft in der Stadt gefunden. Beim Öffnen entdeckte sie ein Foto und erkannte es sofort: „Das ist doch meine junge Nachbarin!“ Ohne zu zögern, eilte sie ins Dorf zurück und übergab die Brieftasche.
„Danke, Herr, Du wachst über uns und unsere Sachen!“, betet Theresa voller Freude. „Du willst, dass wir Dir in allem vertrauen. Ja, Du hältst dein Versprechen, das Du damals deinem Diener Josua gabst: ‚Ich werde mit dir sein; ich werde dich nicht versäumen und dich nicht verlassen‘ (Josua 1,5).“