
Gedanken zum Markus-Evangelium
Eine ergreifende Szene: Jesus fleht dreimal zu seinem Vater und wiederholt dabei dasselbe Gebet. So tief ist seine Bestürzung angesichts der bevorstehenden Leiden. Den drei Jüngern, die Ihn ein Stück des Weges begleitet haben, hat Er gesagt: „Bleibt hier und wacht“ (V. 34). Doch jedes Mal, wenn der Herr von seinem Gebet zurückkehrt, findet Er sie schlafend.
Erschreckend, wie wenig die Worte des Herrn die Jünger zu berühren scheinen. Sie hatten doch gesehen, wie Er anfing, „sehr bestürzt und beängstigt zu werden“! Warum zeigen sie so wenig Interesse und Mitgefühl? Hier erfüllt sich das prophetische Wort des Psalmendichters: „Ich habe auf Mitleid gewartet, aber da war keins, und auf Tröster, und ich habe keine gefunden“ (Psalm 69,21).
Gleichen wir nicht oft den Jüngern? Wenn es um unsere eigenen Wünsche oder Sorgen geht, finden wir kaum Ruhe. Doch wenn es um den Herrn der Herrlichkeit und seine Leiden geht, fehlt uns häufig die innere Anteilnahme. Das darf nicht so bleiben! Allein der Gedanke, dass der Sohn des Menschen - dessen heiligen Hände so vielen zum Segen waren - in die Hände von Sündern überliefert wurde, sollte uns tief berühren. Wie groß ist seine Liebe, dass Er diesen Weg freiwillig ging!