Sa Samstag
25.
Jul Juli
Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben.
Galater 2,20

Der Retter

Isaak B. Singer (1902-1991) entstammt einer traditionellen polnischen Rabbinerfamilie. Im Jahr 1935 emigrierte er in die USA und erhielt 1978 als bislang einziger jiddischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur. In einem Buch über seine Kindheit widmet er ein Kapitel dem Milchmann Reb Ascher, das wir hier auszugsweise wiedergeben:

„Die letzten Vorbereitungen für das jüdische Laubhüttenfest waren getroffen. Es war spät geworden, und wir gingen alle müde zu Bett. Niemand hatte daran gedacht, die Kerzen zu löschen. Spät in der Nacht geht Reb Ascher zum Bahnhof, um die frische Milch zu holen. Dabei kommt er an unserem Haus vorbei. Zu seiner Überraschung sieht er drinnen ein ungewöhnliches Licht: Feuer! Es brennt! Sofort beginnt er laut zu rufen und gegen die Tür zu hämmern. Doch niemand hört ihn. Alle schlafen tief und fest. Verzweifelt wirft er sich mit aller Kraft gegen die Haustür. Sie zerbricht. Er stürmt ins Haus. Die Regale und Gebetbücher haben schon Feuer gefangen. Alles ist voller Rauch. Er hustet, sucht nach Decken und schafft es schließlich unter Lebensgefahr, das Feuer zu löschen.

Reb Ascher war der Einzige, der zu dieser Stunde auf den Beinen war. Er versuchte alles, um uns zu wecken und auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Und als das nicht half, zögerte er nicht, sein Leben für uns zu riskieren.

Von Reb Ascher gehen meine Gedanken zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Er hat sein Leben nicht nur aufs Spiel gesetzt, sondern es tatsächlich für mich gegeben. Er wusste, dass ich ohne seine Rettung ewig verloren sein würde. Und das war Ihm nicht egal! Er war aber auch der Einzige, der mich erretten konnte, der Einzige, der fähig war, stellvertretend für mich zu sterben. Daher gehöre ich Ihm nun mit Leib und Seele an und werde Ihm ewig dafür danken.“