So Sonntag
26.
Jul Juli
Und Jesus sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!
Markus 14,36

Gedanken zum Markus-Evangelium

Der Herr Jesus ist mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane. Obwohl sie oft hier gewesen sind, ist diesmal alles anders. Zum einen fehlt Judas; er hat sich auf die Seite der Feinde Jesu geschlagen. Zum anderen betet Jesus heute allein. Selbst seine drei engsten Jünger Petrus, Jakobus und Johannes hat Er zurückgelassen. Tief bestürzt und beängstigt, von einer Traurigkeit bis zum Tod erfüllt, liegt Er auf seinem Angesicht und fleht:

„Abba, Vater“ - So sprachen die Juden Gott niemals an. Doch der Sohn Gottes, der Mensch geworden war, stand in einer einzigartigen, vertrauten Beziehung zu seinem himmlischen Vater. Gerade jetzt ist Ihm diese Nähe besonders wertvoll.

„Alles ist dir möglich“ - während sich das unausweichliche, entsetzliche Geschehen wie ein dunkler Schatten auf seine Seele legt, wendet Er sich als Mensch an den Allmächtigen.

„Nimm diesen Kelch von mir weg!“ - Der „Kelch“ steht für den Zorn und Grimm Gottes (vgl. Jesaja 51,17; Offenbarung 14,10; 16,19). Ihn, den Gerechten, soll das Strafgericht Gottes über die Sünde am Kreuz auf Golgatha treffen. Das veranlasst Ihn zu dieser Bitte.

„Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ Trotz der unsäglichen Leiden, die Ihn erwarten, unterwirft Er sich völlig dem Willen Gottes.

Zusammenfassend sehen wir: Als Sohn Gottes wusste und fühlte Jesus genau, was auf Ihn zukam. Als vollkommener Mensch fühlte Er das volle Gewicht des bevorstehenden Leidens im Voraus und konnte nicht anders, als darum zu bitten, verschont zu bleiben. Doch als vollkommener Knecht war Er „gehorsam bis zum Tod“ (Philipper 2,8).