Do Donnerstag
23.
Jul Juli
Der Mensch (Adam) sagte: Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir von dem Baum, und ich aß.
1. Mose 3,12

Der andere ist schuld

Adams Antwort auf Gottes Frage, ob er von dem verbotenen Baum gegessen habe, zeigt: Sünde macht feige. Adam hätte einfach zugeben können: „O Gott, das Schlimmste, was geschehen konnte, ist passiert: Ich habe von dem Baum gegessen, von dem ich nicht essen durfte. Gibt es eine Möglichkeit, das wieder in Ordnung zu bringen?“

Aber Adam reagiert leider ganz anders, und darin kommt eine hässliche Eigenschaft der Sünde zum Vorschein, der wir auf Schritt und Tritt begegnen: Man versucht, die Verantwortung für sein falsches Tun auf andere zu schieben. Adam erklärt, dass Eva ihm von der verbotenen Frucht gegeben habe. Und indirekt gibt er Gott die Schuld, indem er Eva als „die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast“, bezeichnet. Dreister geht es kaum.

Wie oft haben wir schon Schuld von uns weggeschoben! Wir sind in dieser Hinsicht sehr einfallsreich. Und wie viele Unverfrorenheiten dieser Art haben wir uns Gott gegenüber schon erlaubt! - Immer ist der andere schuld. Wie oft passiert das zwischen Ehepaaren, in der Familie oder unter Arbeitskollegen: Man sucht die Schuld nur oder vor allem bei den anderen. Merken wir nicht, dass das Problem oft bei uns selbst liegt?

Schuld zu leugnen, sie von sich zu schieben oder anderen zuzuweisen, gehört von Anfang an zum Wesen der Sünde. Das sehen wir an Adams Antwort. Und wie ernst ist es erst, wenn wir Gott die Schuld an allem zuschreiben! Das verbaut uns noch dazu den einzigen Ausweg, denn wir können nur dann von unserer Schuld frei werden, wenn wir unsere Verfehlungen offen vor Gott eingestehen. Er will jedem vergeben, der zu Ihm umkehrt. Die Voraussetzung dafür hat Er durch den Sühnungstod seines Sohnes geschaffen.