
Die beiden Briefe an die Korinther …
… entstanden während der dritten Missionsreise des Apostels Paulus, wahrscheinlich im Jahr 57 n. Chr. - und das innerhalb weniger Monate.
Korinth war eine bedeutende Hafen- und Handelsstadt auf der Landenge zwischen Nordgriechenland und dem Peloponnes. Ihre zentrale Lage machte die Stadt zu einem Knotenpunkt für Handel, Kultur und Philosophie, aber auch zu einem Zentrum von Sittenlosigkeit und Götzenverehrung. Die moralische Zügellosigkeit der Korinther war sprichwörtlich.
Auf seiner zweiten Missionsreise (51-54 n. Chr.) kam Paulus nach Europa und blieb 18 Monate in Korinth (Apostelgeschichte 18,11). Während seiner dritten Missionsreise erreichten ihn dann beunruhigende Nachrichten aus der dortigen christlichen Gemeinde. Daraufhin verfasste er den ersten Brief an die Korinther.
Dieser erste Brief enthält ausführliche Anweisungen zur inneren Ordnung und zum gemeinsamen Leben der Gemeinde Gottes. Paulus spricht Themen wie Gemeindezucht, das Abendmahl und den verantwortungsvollen Umgang mit geistlichen Gaben an. Besonders beeindruckend ist Kapitel 13 - bekannt als das „Hohelied der Liebe“. Nach Abfassung des ersten Briefs plante Paulus, nach Korinth zu reisen. Doch davon nahm er Abstand und entschied sich, stattdessen seinen Mitarbeiter Titus dorthin zu senden. Als dieser zurückkam und ihm Gutes und weniger Gutes berichtete, schrieb er den zweiten Brief.
In diesem äußerst persönlichen Schreiben spricht Paulus über die Motive seines Handelns (Kap. 1-7), über eine geplante Spendensammlung für die verarmten Gläubigen in Judäa (Kap. 8; 9) und über seinen apostolischen Dienst und Auftrag (Kap. 10-13). Dieser zweite Brief zählt zu den offensten Briefen von Paulus.