Do Donnerstag
9.
Jul Juli
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dieses ist das große und erste Gebot.
Matthäus 22,37.38

Das Gebot

Der amerikanische Evangelist Torrey (1856-1928) war gebeten worden, sich mit einem liebenswürdigen und klugen jungen Mann zu unterhalten, der Prediger werden wollte. Bald stellte sich heraus, dass dieser sich für einen guten Menschen hielt und angeblich keine Erlösung brauchte. Auf die Frage, ob er Christ sei, kam die prompte Antwort: „Das war ich doch schon immer!“

Torrey erwiderte, dass jeder Mensch „von neuem geboren“ werden muss (Johannes 3,3), um gerettet zu werden; aber damit konnte der junge Mann nichts anfangen. Torrey versuchte es dann mit der Frage, ob er denn nicht die größte Sünde begangen habe, die ein Mensch auf sich laden könne. „Nein, ganz und gar nicht“, entgegnete der Gefragte sogleich. „Ich habe ein vorbildliches Leben geführt.“

Da nahm der Evangelist seine Bibel heraus und bat den jungen Mann, Matthäus 22,37 und 38 zu lesen. Dann fragte er ihn: „Wenn dieses Gebot, Gott zu lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand, das erste und größte ist, was muss dann die größte Sünde sein?“ „Natürlich die Übertretung dieses Gebots!“, war die Antwort.

„Haben Sie das Gebot gehalten? Haben Sie Gott immer mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand geliebt? Haben Sie Ihm in allem den ersten Platz in Ihrem Leben gegeben?“ - Als der junge Mann verneinte, stellte Torrey eine letzte Frage: „Was haben Sie also getan?“

Das Gewissen des jungen Mannes war erwacht, und nachdenklich sagte er: „Ich habe die größte Sünde begangen, die ein Mensch begehen kann! Und es ist heute das erste Mal, dass mir das bewusst wird.“