Sa Samstag
20.
Jun Juni
Unser Heiland Jesus Christus hat den Tod zunichtegemacht, aber Leben und Unverweslichkeit ans Licht gebracht durch das Evangelium.
2. Timotheus 1,10

Der Umgang mit dem Tod

Bruno Ganz (1941-2019) war ein großer Schauspieler im deutschen Kulturraum. Er erforschte seine Rollen, bevor er sie mit Herz und Schmerz und bisweilen auch mit Komik, mit Hand, Fuß und Verstand spielte. Die Erblindung seines Sohnes im Alter von sechs Jahren machte ihn nachdenklich und sensibel im Umgang mit kranken jungen Menschen. Über seine Arbeit sagte Bruno Ganz einmal: „Sterberollen helfen einem nicht beim Umgang mit dem Tod.“

Wie wahr! Sterberollen im Film oder auf der Bühne helfen nicht, das Thema wirklich zu bewältigen - das Verdrängen ebenso wenig. Und einfach abzuwarten, was kommt, ist der sicherste Weg in die Hoffnungslosigkeit. Tatsächlich wird das Lebensende heute oft und gerne ausgeblendet. Der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007) stellte einmal fest: „Wahrscheinlich ist keine Menschheit je dem Tode gegenüber so ratlos gewesen wie die heutige.“ Doch das muss nicht so bleiben.

Jesus Christus hat „den Tod zunichtegemacht“, ihn entmachtet, und stattdessen „Leben und Unverweslichkeit ans Licht gebracht durch das Evangelium“. Er hat gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11,25). Wer glaubt und stirbt, braucht keine Angst mehr zu haben, muss sich in kein unabwendbares Schicksal fügen. Nein, er weiß, dass ihn auf der anderen Seite des Todes sein Herr und Heiland erwartet. Eine vertraute Person, die ihn errettet hat, die ihm hier im Leben zur Seite stand und die auch im Sterben bei ihm ist. Der Tod hat für ihn seinen Schrecken verloren.