Fr Freitag
19.
Jun Juni
Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.
Matthäus 11,29

Jesus Christus kennenlernen - Er ist demütig

Die religiösen Ordnungshüter treten einmal mehr auf den Plan. Diesmal sind es die Männer, die die Abgabe der Tempelsteuer kontrollieren, der „Doppeldrachme“, einer pro Kopf erhobenen Abgabe für den Tempel in Jerusalem. Auffällig ist, dass sie sich mit ihrer Anfrage nicht an den Herrn Jesus selbst wenden, sondern an Petrus. „Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachmen?“ (Matthäus 17,24). - Man meint, schon wieder einen leicht drohenden, lauernden Unterton zu hören.

Wie so oft, reagiert Petrus spontan. Ohne genau Bescheid zu wissen, sagt er: „Doch, gewiss!“ Ist er vielleicht etwas eingeschüchtert?

Jesus weiß um das Gespräch und spricht Petrus darauf an. Freundlich erinnert Er ihn daran, dass eigentlich nur Fremde Steuern und Zölle zahlen müssen. Dass Er, der Sohn Gottes, für den Tempel seines Vaters zahlen soll, ist eigentlich absurd. Doch dann fährt Jesus fort: „Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben …“ Was dann geschieht, ist so einzigartig, dass kein Mensch es sich hätte ausdenken können: Jesus schickt den Fischer Pe­trus zum Angeln! Und tatsächlich - der erste Fisch, den er fängt, trägt die gewünschte Münze im Maul, so dass Petrus die Tempelsteuer für sich und seinen Meister begleichen kann. Dieser kleine Bericht wirft wieder ein helles Licht auf Jesus Christus:

  • Er ist so mächtig, dass jedes seiner Geschöpfe Ihm gehorcht. Einen Fisch an die richtige Stelle zu schicken, der zuvor ein Geldstück verschluckt hat, ist für Ihn kein Problem.
  • Gleichzeitig ist Er so demütig, dass Er auf sein Recht verzichtet, um niemanden zu irritieren.

Demut wird oft mit Charakterschwäche verwechselt. Doch das ist ein Irrtum. Wahre Demut bedeutet, die innere Stärke zu besitzen, sich selbst nicht wichtig zu nehmen - selbst dann, wenn man im Recht ist und in Wirklichkeit über anderen steht.