Do Donnerstag
18.
Jun Juni
Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erlangen.
Sprüche 28,13

Unkraut jäten

Seit Wochen verfolge ich mit Interesse, wie sich der Garten meines betagten Nachbarn entwickelt. Im Frühling haben seine Verwandten die Gemüse­beete ordentlich angelegt. Seither wachsen und gedeihen Kartoffeln, Gurken und Tomaten prächtig. Doch was mich besonders fasziniert: Weit und breit ist kein Unkraut zu sehen.

Wie schafft es der Rentner bloß, seinen Garten so sauber zu halten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Kräfte noch ausreichen, stundenlang auf den Knien zu jäten.

Gestern wurde das Geheimnis gelüftet: Ich beobachtete, wie der alte Herr mit einem Sack Rindenmulch durch den Garten ging und jedes unerwünschte Pflänzchen unter einer dicken Schicht verschwinden ließ. Wirklich unkrautfrei ist der Garten also nicht!

Verhalten wir Menschen uns nicht ähnlich, wenn es um unsere Sünden geht? So wie in jedem Garten Unkraut wächst, gibt es auch in jedem Leben Sünde. Doch statt sie auszureißen, decken wir sie lieber zu - möglichst so, dass niemand etwas bemerkt. Nach außen hin geben wir uns freundlich, fröhlich und hilfs­bereit. Keiner soll uns etwas nachsagen können.

Trotzdem sind wir belastet, unruhig und unglücklich. Wäre es da nicht besser, wenn wir uns - bildlich gesprochen - hinknien würden, um das „Unkraut“ samt Wurzeln zu entfernen?

Wie das geschieht? Durch echte Reue und ein aufrichtiges Bekenntnis vor Gott und wenn nötig auch vor den Menschen, denen wir unrecht getan haben. Gott will uns vergeben, wenn wir Ihn darum bitten. Er kann es auch, denn Er hat seinen geliebten Sohn gegeben, der an unserer Stelle bestraft wurde.

So dürfen wir frei ausgehen - jeder, der Gottes Zusage glaubt.