
Gedanken zum Markus-Evangelium
Die Passahfeier im Obersaal wurde durch einen Schreckensmoment unterbrochen: Jesus machte bekannt, was Er schon längst wusste: dass Judas, einer der Zwölf, im Begriff stand, Ihn an die Feinde zu überliefern, damit Er getötet würde.
Der Herr leitete seine Worte mit dem feierlichen „Wahrlich“ oder „Amen“ ein. Nicht nur die Jünger damals sollten aufmerksam sein, auch wir sind aufgefordert, genau hinzuhören und seine Worte zu verstehen.
Wie immer, wenn der Herr über sein Leiden und Sterben sprach, bezeichnete Er sich als der „Sohn des Menschen“. Dieser Titel umfasst sowohl seine Verwerfung als auch seine universale Herrschaft im 1000-jährigen Reich.
Hier verweist Jesus auf das Alte Testament. Die Psalmendichter und Propheten hatten längst angekündigt, dass Er misshandelt, gekreuzigt und getötet werden würde (vgl. Psalm 22; Jesaja 53). Doch unerschütterlich ging Er seinen Weg als der treue Knecht Gottes. Seine Liebe konnte durch nichts ausgelöscht werden.
Gottes Plan steht fest und ist unveränderlich. Alles geschieht nach seinem Willen. Doch das entbindet den Menschen nicht von seiner Verantwortung. Judas allein trägt die Schuld für seine abscheuliche Tat. Über ihn sagt der Herr, es wäre besser für ihn, „wenn er nicht geboren wäre“. Diese Worte lassen keinen Zweifel daran, dass Judas ein schreckliches Gericht erwartet.
Bei Gott zählt, wie wir zu seinem Sohn Jesus Christus stehen. Je mehr wir über Ihn wissen, umso größer ist unsere Schuld, wenn wir Ihn als Retter und Herrn ablehnen.