
Gedanken zum Markus-Evangelium
Jesus Christus feiert mit seinen Jüngern das Passah. Zwei von ihnen haben das Lamm zubereitet. Das geschieht nicht nach eigenem Ermessen, sondern nach den Anweisungen Gottes, die das Volk Israel beim ersten Passahfest erhalten hat. Das Fleisch beispielsweise muss am Feuer gebraten werden - kochen ist nicht erlaubt. Zudem muss die Mahlzeit „zwischen den zwei Abenden“ stattfinden, also wohl zwischen dem Sonnenuntergang und dem Einbruch der Nacht (2. Mose 12,6.9).
Das Passah ist eine Gedenkfeier. Die Jünger erinnern sich an die große Erlösung, die Gott ihrem Volk damals in Ägypten geschenkt hat. Doch der Herr Jesus selbst denkt an etwas viel Größeres: In wenigen Stunden würde Er selbst das wahre Passahlamm sein.
Wie ein Blitz durchfährt es die Jünger, als Er ihnen ankündigt, dass einer von ihnen sich an Ihm schuldig machen wird. Sie wissen, dass ihr Meister schon oft bedroht worden ist. Doch dass nun einer von ihnen dabei behilflich sein wird - das hätten sie nie erwartet.
Die Jünger sind erschrocken und traurig zugleich. In diesem Moment verliert sich jede Spur von Selbstsicherheit und Selbstgerechtigkeit. Sie zweifeln an sich selbst und fragen den Herrn: „Doch nicht ich?“
Wie hätte ich in dieser Situation reagiert? Bin ich mir bewusst, dass ich zu jeder Tat fähig bin, selbst zur schlimmsten? - Nur wer sich immer wieder am Wort Gottes ausrichtet, bleibt bewahrt.