So Sonntag
24.
Mai Mai
Als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.
Apostelgeschichte 2,1–3

Das Fest der Pfingsten (1)

Sieben Wochen sind vergangen seit jenen dramatischen Ereignissen, die ganz Jerusalem und Umgebung in Atem gehalten haben. Jesus Christus, der wundermächtige Lehrer und Prediger, wurde von den Führern des Volkes wegen Aufruhrs angeklagt, in einem rechtswidrigen Prozess unschuldig zum Tod verurteilt und grausam hingerichtet. Seine Anhänger hatten sich voller Angst zurückgezogen, wagten kaum, sich zu zeigen. Die Ankläger Jesu wähnten sich am Ziel: Endlich ist Ruhe eingekehrt. Doch ist das wirklich so? Für die leider so blinden Führer des Volkes fängt der „Ärger“ erst richtig an.

In Jerusalem wird das „Fest der Wochen“ gefeiert, eins der drei großen jüdischen Feste. Es ist ein Erntedankfest und findet 50 Tage nach dem Passahfest bzw. dem Fest der Erstlingsgarbe statt. Jerusalem ist in diesen Tagen wieder voller Pilger, voller Menschen, die mit religiösem Eifer das Fest begehen wollen. Doch Gott hat etwas Neues im Sinn. Einen neuen Anfang, dessen Grundstein sein Sohn Jesus Christus gelegt hat. Die ersten Christen sind alle an einem Ort zusammen, als etwas Überwältigendes geschieht. Lukas, der Chronist, beschreibt es bildhaft: ein gewaltiges Brausen, wie von einem Sturmwind, und zerteilte Zungen wie von Feuer. Alle dort Versammelten haben soeben den Heiligen Geist empfangen!

Eins wird deutlich: Es ist ein mächtiges Ereignis, ein Eingreifen vom Himmel, das hier stattfindet. Ein Eingreifen, das sich nicht verdrängen oder leugnen lässt. Aufgeregt und neugierig strömen die Menschen aus allen Himmelsrichtungen zusammen, denn jeder hört die Nachfolger Christi in seiner Sprache reden.