
Das letzte Hemd
Ich traf einen alten Freund, der im Rollstuhl saß und dessen Lebensabend schon weit vorgerückt war. Zu meiner Überraschung erzählte er mir, dass er sich einen Anwalt nehmen müsse, um ein ihm noch zustehendes Erbe einzufordern. Die ganze Angelegenheit belaste ihn so stark, dass seine Gesundheit darunter leide. Liebevoll und zugleich bestimmt erinnerte ich ihn daran, dass er doch nichts mitnehmen kann in die Ewigkeit. Warum also diese Unruhe?
Ein Sprichwort besagt, dass das letzte Hemd keine Taschen hat. So nackt, wie wir in diese Welt gekommen sind, so nackt werden wir sie wieder verlassen; wir können nichts mitnehmen. Diese ernüchternde Erkenntnis wurde bereits von Männern der Antike beschrieben, wie zum Beispiel von dem weisen König Salomo: „Ich hasste all meine Mühe, womit ich mich abmühte unter der Sonne, weil ich sie dem Menschen hinterlassen muss, der nach mir sein wird“ (Prediger 2,18).
Ein Psalmendichter formuliert es so: „Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn sich die Herrlichkeit seines Hauses vergrößert. Denn wenn er stirbt, nimmt er das alles nicht mit; nicht folgt ihm hinab seine Herrlichkeit“ (Psalm 49,17.18). Wir müssen lernen, das Materielle loszulassen! Noch wichtiger ist es, rechtzeitig das „ewige Leben zu ergreifen“ (1. Timotheus 6,12). Das ewige Leben ist viel mehr als eine bloße Existenz; es ist eine ewige Zukunft im Himmel bei Gott (vgl. 1. Thessalonicher 4,17). Das ewige Leben hat eine Person zum Inhalt, nämlich Jesus Christus, und eine Beziehung zu Ihm, die unendlich glücklich macht (Johannes 17,3; 1. Johannes 5,20).
Ewiges Leben ist Leben in bester Qualität. Wer es besitzt, erlebt echte, dauerhafte Freude sowie Frieden und Ruhe. Ewiges Leben ist ein Stück Himmel auf der Erde.
Habe ich die richtigen Prioritäten im Leben gesetzt? „Das letzte Hemd“ ist Warnung und Ansporn zugleich!