
Jesus Christus kennenlernen - Jesus ist zornig
Unsere Vorstellung von Jesus Christus ist manchmal verzerrt. Oft sehen wir Ihn als sanften Mann, der freundlich und mild zu allen ist, als stillen Dulder, der einsam und schweigend leidet. Das ist zwar wahr, Gott sei Dank! Aber Jesus kann auch zornig sein! Besonders wenn Gottes Ehre mit Füßen getreten wird - wie an diesem Sabbat, dem jüdischen Feiertag, im Gottesdienst in Kapernaum. Was ist geschehen? Die Auseinandersetzung um den Sabbat zwischen den frommen Führern der Juden und dem Herrn Jesus Christus ist von Anfang an ein wiederkehrendes Thema. Gott hat den Israeliten den Sabbat als Ruhetag gegeben, als ein Geschenk an sie. „An diesem Tag sollt ihr nicht arbeiten“, hatte Gott gesagt. Doch die Pharisäer und Schriftgelehrten haben zu diesem einfachen Gebot viele zusätzliche Bestimmungen und Regelungen aufgestellt, ursprünglich vielleicht in der Absicht, Gottes Gebot noch besser zu erfüllen. Inzwischen sind ihnen jedoch die menschlichen Regelungen wichtiger geworden als Gottes Gebot.
An diesem Sabbat nimmt jemand am Gottesdienst teil, der eine verkrüppelte Hand hat - ein schweres Handicap, weil man doch beide Hände braucht, um den Lebensunterhalt zu verdienen! Die frommen Führer haben den Mann vermutlich absichtlich in Jesu Blickfeld positioniert, weil sie beobachten wollen, ob Jesus den Mann heilen wird - in ihren Augen eine Übertretung des Sabbats! Jesus sieht ihnen ins Herz. Er bittet den kranken Mann in die Mitte und fragt: „Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, Leben retten oder töten?“ (vgl. Markus 3,4). Niemand antwortet. Jesus weiß, dass es den Führern nicht um Gottes Ehre und schon gar nicht um das Wohl des kranken Mannes geht, sondern nur um die Durchsetzung ihrer kleinkarierten Bestimmungen. Das macht Ihn traurig und zornig.