
Wer ist ein Gott wie du?
Dieser Bibelvers ist erstaunlich tröstlich: Der Prophet Micha schrieb diese Worte um das Jahr 700 v. Chr. Damals stand das Volk Israel unter Gesetz und war verpflichtet, alle Gebote der Thora, der fünf Bücher Mose, einzuhalten. Doch es hatte gesündigt, das Gesetz übertreten und sich sogar gegen Gott aufgelehnt. Eigentlich konnte darauf nur Gericht folgen, denn das Gesetz galt ohne Einschränkung. Dennoch konnte Micha von Vergebung, Übersehen und Güte sprechen!
Offenbar kannte er die Worte, mit denen Gott sich selbst beschrieben hatte: „Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und groß an Güte und Wahrheit, … der Ungerechtigkeit, Übertretung und Sünde vergibt - aber keineswegs hält er für schuldlos den Schuldigen“ (2. Mose 34,6.7).
Gott hatte seinem Volk schon damals durch Tieropfer eine Möglichkeit gegeben, Vergebung zu empfangen, wenn Sünden vor Ihm bereut und bekannt wurden. Diese Opfer weisen voraus auf das Kreuz, wo Christus das einzige Opfer bringen würde, das eine gerechte Grundlage für Gottes Vergebung sein konnte. Micha verstand das noch nicht im Einzelnen, aber er war überzeugt, dass Gott „reich an Vergebung“ ist. Schon in den Psalmen ist davon die Rede: „Unsere Übertretungen, du wirst sie vergeben“, denn „bei dir ist Vergebung“ (Jesaja 55,7; Psalm 65,4; 130,4).
Etwa 700 Jahre später gab Gott seinen eigenen Sohn, damit an Ihm das Urteil vollstreckt würde, das sündige Menschen verdient hatten. Denn Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er von seinem Weg umkehrt und lebt (Hesekiel 33,11). Weil Jesus, der Sohn Gottes, die Strafe für die Sünde getragen hat, kann Gott jedem vergeben, der Ihm seine Sünden bekennt. Darum ist Michas Ausruf auch heute noch berechtigt: „Wer ist ein Gott wie du!“