
Lob des Schöpfers
Meine Frau und ich wandern über eine Anhöhe. Unter uns glitzert ein See in der Sonne. Föhnstimmung: Die Alpenkette bis zur Zugspitze ist zum Greifen nah.
Auf einer Bank sitzt ein älterer Herr. „Was für eine Aussicht auf diese herrliche Landschaft! Wie schön hat Gott alles gemacht! Was für ein Zeugnis von seiner Schöpferherrlichkeit!“ - „Da haben Sie recht“, bestätigt der Mann auf der Bank meinen spontanen Ausruf. - Wir kommen näher. Der ältere Herr bietet uns einen Platz an.
Gemeinsam denken wir über die Größe des Schöpfers nach. Zur Erschaffung von Himmel und Erde genügte sein Wort: „Er sprach, und es war; er gebot und es stand da.“ Für die kompliziertesten Baupläne in der Schöpfung, die Menschen noch nicht annähernd erforscht haben, für komplexe Lebensräume mit einer Vielzahl von Lebensformen - für all das brauchte Gott „nur“ zu sprechen.
Doch um ein ganz anderes Problem zu lösen, brauchte es mehr als das göttliche Wort. Um Gottes geliebte Geschöpfe, die Menschen, aus ihrer hoffnungslosen Lage zu retten, nahm Gottes Sohn die größte Mühe auf sich. Er wurde Mensch, um die Rettungstat vollbringen zu können. Dazu genügte kein Wort, auch kein Allmachts-Wort. Er musste sein Leben für uns hingeben. Nur durch Jesu Tod am Kreuz konnte Satan besiegt und die Macht des Todes und der Sünde gebrochen werden. Das kommt nun allen zugute, die Ihn als Retter und Herrn in ihr Leben aufnehmen.
Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort,
wenn ich auf alle jene Wesen achte,
die du regierst und nährest fort und fort,
dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu:
Wie groß bist du! Wie groß bist du!
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu:
Wie groß bist du! Wie groß bist du!
Carl Boberg (1859-1940), übersetzt Manfred von Glehn (1867-1924)