
Gedanken zum Markus-Evangelium
Die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchen nach einer Gelegenheit, Jesus zu töten. Ihr Hass auf Ihn ist grenzenlos. Doch es gibt auch Menschen, die Ihn von Herzen lieben - so wie in Bethanien, wo Jesus sich oft und gern aufhielt. Der Gastgeber Simon hat Jesus mit seinen Jüngern in sein Haus eingeladen. Offenbar hatte er vorher eine besondere Begegnung mit Ihm und war von Ihm geheilt worden, denn als Aussätziger hätte er sonst niemanden empfangen können. Seine Einladung zeigt seine tiefe Dankbarkeit gegenüber seinem Heiland.
Doch nicht der Gastgeber steht hier im Mittelpunkt, sondern Jesus, der Sohn Gottes - und eine Frau, die im Bericht von Markus ungenannt bleibt. Aus dem Evangelium des Johannes wissen wir, dass es Maria ist, die Schwester von Martha und Lazarus. Und was tut sie? Sie gießt kostbares Nardenöl auf das Haupt Jesu - ein Parfüm im Wert von 300 Denaren, dem Jahreslohn eines Arbeiters!
Diese Tat offenbart Marias Herz: Für sie ist Jesus der Allergrößte. Nichts ist ihr zu wertvoll, um Ihm die höchste Ehre zu erweisen. Sie nutzt die Gelegenheit, die sich ihr jetzt bietet, denn sie scheint zu ahnen, dass der Herr bald sterben wird.
Doch ihr Handeln stößt auf Kritik. Ist das nicht typisch? Soziales Engagement wird gefeiert, doch Gottesdienste, in denen die Gläubigen mit Liedern und Gebeten zum Gedächtnis des Herrn zusammenkommen, sind selten geworden.