
Ein ertrinkender Gott
Toukaram ist ein junger Hindu, der von klein auf dazu erzogen worden ist, die Götter seiner Religion zu achten und zu verehren. Im Nachbarort gibt es eine christliche Schule mit gutem Ruf, und so melden seine Eltern ihn dort an.
Am ersten Schultag macht er sich auf den Weg dorthin. Er kommt an einem Fluss vorbei, wo zahlreiche Menschen bemüht sind, etwas aus dem Wasser zu ziehen. Ist dort etwa jemand ertrunken? Neugierig bleibt er stehen.
Doch es ist kein Mensch, sondern ein Götze aus Holz, der ins Wasser gefallen ist! Einige Männer stehen im Fluss und versuchen, ihm ein Seil um den Hals zu legen, damit er nicht von der Strömung weggetrieben wird. Was für eine Mühe, um einen ertrinkenden Gott zu retten!
In der Schule erzählt Toukaram seinen neuen christlichen Kameraden von seinem Erlebnis. „Was für ein komischer Gott!“, sagen sie. „Kann er sich nicht selbst retten?“ Toukaram schüttelt den Kopf. „Kann er sich denn wenigstens bedanken, wenn man ihn aus dem Wasser zieht?“ „Nein.“ „Was kann er denn?“ „Eigentlich nichts“, muss Toukaram kleinlaut zugeben.
„Dann habt ihr ja einen toten Gott! Unser Gott aber lebt.“ Toukaram staunt. „Woher wisst ihr das?“ „Er hat alles erschaffen: Himmel, Erde, Tiere und Pflanzen - und natürlich auch uns Menschen. Er liebt uns und hat seinen Sohn auf die Erde gesandt, um uns zu seinen Kindern zu machen.“
Mit der Zeit erfährt Toukaram immer mehr über diesen lebendigen Gott. Eines Tages erklärt er vor der ganzen Schule, dass er Christ geworden ist.
Tote Götter - kann es die auch in unserem Leben geben? Leider ja. Das Geld, die Medien, die Karriere, das Hobby oder was immer uns von morgens bis abends beschäftigt, kann für uns zum Götzen werden. Es muss gar nicht mal böse sein. Im Prinzip kann es alles sein, was uns wichtiger ist als (unsere Beziehung zu) Gott.