
Ein Grab bei einem Reichen
„Es ist vollbracht!“, sagt Jesus (Johannes 19,30). Er übergibt seinen Geist in Gottes Hand und stirbt.
Während die meisten seiner Jünger geflohen sind und nur einige seiner Bekannten aus der Ferne zusehen, zeigt Gott durch ein spektakuläres Eingreifen, dass hier, auf dem scheußlichen Hinrichtungshügel Golgatha, etwas von einzigartiger Bedeutung geschehen ist: Die Erde bebt, Felsen zerreißen, Gräber öffnen sich, und Verstorbene werden lebendig. Der Hauptmann, der das Hinrichtungskommando befehligt, hat noch nie jemanden so sterben sehen wie Jesus. Überwältigt bekennt er: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ Er hat begriffen, was bis heute vielfach geleugnet wird!
Der Sabbat naht. Jetzt werden zwei bisher eher verborgene Anhänger von Jesus aktiv: Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, bittet Pilatus, Jesus vom Kreuz abnehmen und bestatten zu dürfen. Pilatus erlaubt es. Auch der Pharisäer Nikodemus, der einst eine nächtliche Unterredung mit Jesus hatte (vgl. Johannes 3,1–21) und sich ebenso wie Joseph den hasserfüllten Mordplänen des Rats widersetzt hatte, ist nun zur Stelle und bringt kostbare Spezereien und Salben für das Begräbnis.
Die beiden frommen Männer bestatten Jesus in dem neuen, noch unbenutzten Felsengrab Josephs. Damit erfüllt sich eine Prophezeiung über den Messias Israels aus dem Alten Testament: „Man hat sein Grab bei Gottlosen bestimmt; aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist“ (Jesaja 53,9). - Gott hat seine Hand im Spiel und sorgt dafür, dass seinem Sohn die Ehre erwiesen wird, die Ihm gebührt.