
Verhaftet und verurteilt
Unmittelbar nachdem Jesus sein Gebet beendet hat - das sicher weit länger als eine Stunde dauerte! -, erhellt plötzlich Fackelschein den nächtlichen Garten. Eine bewaffnete Truppe nähert sich - angeführt von Judas Iskariot, dem ehemaligen Jünger von Jesus Christus.
Souverän und machtvoll tritt der Sohn Gottes seinen Verfolgern entgegen, lässt sich ohne jede Gegenwehr verhaften und in das Haus des Hohenpriesters Kajaphas führen. In einem nächtlichen Schnellverfahren werden nun vermeintliche Zeugen vernommen, die eine Anklage gegen Jesus untermauern sollen. Doch das Lügengespinst ist ebenso löchrig wie durchsichtig. Hier zeigt sich die ganze Bosheit und Erbärmlichkeit seiner Feinde. Jesus schweigt. Erst als der Hohepriester Ihn ausdrücklich auffordert: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes!“, antwortet Jesus ihm: „Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Sohn des Menschen zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (Matthäus 26,63.64).
Das hält der Hohepriester für Gotteslästerung und zerreißt voller Empörung seine Kleider. Auch die anderen frommen Männer geraten außer sich, und so wird beschlossen dass Jesus sterben muss. Sie schrecken nicht einmal davor zurück, den „Herrn der Herrlichkeit“ anzuspucken, zu schlagen und zu verhöhnen. Auch das oberste jüdische Gericht, der Hohe Rat, ist an diesem Prozess beteiligt, während draußen der Morgen des Freitags anbricht.
Nun wird Jesus zum Palast des römischen Statthalters Pilatus gebracht und des Aufruhrs gegen die römische Besatzungsmacht angeklagt. Pilatus durchschaut die Motive der frommen Ankläger und will Jesus freisprechen. Doch er wird derart bedrängt, dass er einknickt und Jesus zur Geißelung und Kreuzigung freigibt.