
Der letzte gemeinsame Abend
Das letzte Passafest für Jesus und seine Jünger steht vor der Tür. Nun verdichten sich die Ereignisse wie in einem Brennglas.
Der Abend des Passahs ist gekommen. Nach jüdischer Zeitrechnung beginnt der Tag ja mit dem Sonnenuntergang des Vortags. Eingeladen von ihrem Meister essen sie gemeinsam das Passahmahl. Und hier entlarvt Jesus den Jünger, der Ihn verraten wird: Judas Iskariot. Nachdem Judas den Obersaal verlassen hat, wird es still - und noch einmal entsteht eine Oase der Ruhe für die verängstigten Jünger. Jesus setzt für sie und alle folgenden Generationen von Gläubigen das „Brotbrechen“ ein, das Abendmahl zur Erinnerung an seinen Tod (vgl. 1. Korinther 11,26). Ihr Meister hat ihnen noch so viel zu sagen bei diesem letzten, ungestörten Zusammensein.
Dann sind auch diese kostbaren Stunden vorbei. Der Herr geht mit seinen Jüngern hinaus zum Ölberg, einem Ort, der auch dem Verräter gut bekannt ist, weil sie gemeinsam schon oft dort gewesen sind. Hier, im Garten Gethsemane, führt Jesus einen einsamen Kampf, während sogar seine engsten Freunde einschlafen. Unendlich schwer steht sein Weg vor Ihm. Der Hass der Menschen, Verhöhnung, unerträgliche körperliche Qualen - das ist es nicht, was Ihn derart bestürzt und beängstigt. Nein, Er hat viel Schlimmeres vor sich. Wenn Er sündige Menschen zu Gott bringen will, muss Er selbst die Strafe tragen, die sie verdient haben. Das heißt: Jesus wird das Opfer für die Sünde, verlassen von Gott - von seinem Gott, den Er so sehr liebt und dessen Gemeinschaft Ihm alles bedeutet! Wie schwer ist dieser Weg - furchtbar schwer! Doch Jesus sagt zu seinem himmlischen Vater: „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!“ (Lukas 22,42).