
Wem gehört der Tempel?
Es ist eine seltsame, berührende Prozession, die nun den Tempel erreicht: Im Zentrum Jesus Christus auf dem Esel, dem Reittier eines Friedenskönigs. Nachdem Jesus den Tempel zunächst „aufgeräumt“ und die Händler vertrieben hat, die ungeniert ihre Waren dort verkauften und die Andacht und das Gebet der Gläubigen störten, wird Er wieder von Kranken, Blinden und anderen gehandicapten Menschen umringt. Jesus wendet sich ihnen freundlich zu, Er hilft und heilt, wie Er es schon so oft getan hat - und wie es seit alters als Kennzeichen des Messias galt. Unterdessen wiederholen die Kinder im Tempel freudig, was sie von den Erwachsenen gehört haben: „Hosanna dem Sohn Davids!“ Die Hohenpriester und Schriftgelehrten werden - wieder einmal - ungehalten und meinen, Jesus zur Ordnung rufen zu müssen. Zum einen ärgern sie sich darüber, dass Er Wunder wirkt. Zum anderen gehört sich dieses Kindergeschrei im Tempel doch nicht. Und dass Jesus als Sohn Davids, als Messias bejubelt wird, geht ihrer Ansicht nach überhaupt nicht. Das Treiben der Händler dagegen hatte sie nicht gestört - Geschäfte machen ist schließlich immer gut. Jesus begegnet ihnen mit wunderbarer Souveränität. Der Tempel ist immer noch das Haus seines Vaters. Die Händler müssen gehen, die Taubenverkäufer auch, aber die Kinder dürfen bleiben und schreien! Wenn sonst niemand den Sohn Gottes ehrt - die Kinder tun es, und das zu Recht.