
Ankunft in Bethanien
Frühling in Jerusalem: Das größte Jahresfest der Juden steht nahe bevor, und überall herrscht rege Betriebsamkeit. Täglich treffen neue Pilger in der Stadt ein, um dort das Passah zu feiern, das an die Rettung der erstgeborenen Söhne und den Auszug aus Ägypten erinnert.
Auch Jesus und seine Jünger sind gekommen, obwohl der Aufenthalt in Jerusalem für Jesus zunehmend gefährlich wird. Immer deutlicher zeigt sich, dass seine Feinde es ernst meinen. Und Jesus selbst hat mit seinen Jüngern mehrfach über seinen bevorstehenden Tod - und seine Auferstehung - gesprochen. Doch die Jünger verstehen das alles noch nicht, aber sie spüren natürlich die Bedrohung. Jesus, ihr Herr und Meister, weiß hingegen genau, was Ihn bald erwartet.
Aber auch Freunde befinden sich in der Nähe von Jerusalem. Diese sucht Jesus in diesen letzten Tagen immer wieder auf. Es sind die Geschwister aus Bethanien: die tatkräftige Martha, die eher stille Maria, die dem Herrn Jesus so gerne zuhört, und ihr Bruder Lazarus, der nach schwerer Krankheit gestorben war und den Jesus wieder zum Leben erweckt hat. Diese drei Menschen lieben Jesus und stehen vorbehaltlos zu Ihm - eine Wohltat für Jesus, der so viel Anfeindung erlebt.
Bei diesen letzten Besuchen in Bethanien bereitet Maria ihrem Meister ein besonderes Geschenk. Vielleicht hat sie besser zugehört als die anderen und tiefer verstanden, was Jesus bevorsteht. In jedem Fall schenkt sie Ihm das Beste, was sie besitzt: eine Kostbarkeit, die vielleicht ursprünglich für ihre Altersvorsorge gedacht war - ein ganzes Pfund äußerst kostbaren Salböls, das Maria in „verschwenderischer“ Liebe über Jesu Füße gießt. Jesus nimmt Maria gegen alle Kritik in Schutz und gibt ihrer Gabe einen tiefen Sinn: „Sie hat mich zu meinem Begräbnis gesalbt“ (vgl. Johannes 12,7).