
Gedanken zum Markus-Evangelium
Jesus beendet seine Endzeitrede mit zwei Gleichnissen: Das erste handelt vom Feigenbaum und das zweite von einem Menschen, der außer Landes reist (vgl. V. 34). Damit bereitet Er seine Jünger auf die bevorstehenden Ereignisse vor. Die Vergleiche aus der Natur bzw. dem täglichen Leben helfen, seine Botschaft gut zu verstehen.
Die Juden waren mit Feigenbäumen und deren Lebenszyklen bestens vertraut. Wer das Alte Testament kannte, wusste zudem, dass das Volk Israel mehrfach mit einem Feigenbaum verglichen wird (vgl. Hosea 9,10; Joel 1,7). Was die Jünger jedoch nicht erkannten: Bestimmte Entwicklungen innerhalb des Volkes Israel lassen darauf schließen, dass die von den Propheten angekündigte Segenszeit bald anbricht. „Sommer“ bedeutet für dieses Volk, dass Jesus Christus in Herrlichkeit erscheinen und als König regieren wird.
Fast 1900 Jahre lang besaßen die Juden kein eigenes Land. Erst 1948, mit der Gründung des Staates Israel, kehrten viele in ihr Heimatland zurück. Doch der Großteil von ihnen glaubt nicht an Jesus Christus: Sie lehnen ab, dass ihr Messias bereits gekommen ist und durch seinen Tod und seine Auferstehung eine ewige Erlösung bewirkt hat. So gesehen hat nach dem langen „Winter“ zwar ein nationaler „Frühling“ stattgefunden, doch ein geistliches Erwachen steht noch aus - am „Feigenbaum“ sind noch keine „Blätter“ sichtbar. Dies wird erst nach der Entrückung der Brautgemeinde geschehen, ebenso wie alle anderen Zeichen, die der Herr Jesus genannt hat: Kriege und Kriegsgerüchte, Erdbeben und die Verfolgung der Gläubigen.