
Das Buch des Propheten Jeremia …
… ist ein langes und trauriges Dokument über die letzten Ereignisse im 2-Stämme-Reich Juda. Seit der Zeit Rehabeams, des Enkels Davids, war Israel in zwei Reiche zerfallen. Das Nordreich Israel ging schon im Jahr 721 v. Chr. unter und die Bewohner gerieten in assyrische Gefangenschaft. Doch nun sind auch die Tage des Südreichs Juda gezählt.
Jeremia predigt von 617 v. Chr. bis zur Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. Nach der Eroberung der Stadt wird er nicht nach Babylon deportiert, sondern darf im Land bleiben. Kurz darauf jedoch wird er von Juden, die auf der Flucht nach Ägypten sind, mitgenommen. Dort, so berichten die überlieferten Quellen, soll er von den eigenen Landsleuten gesteinigt worden sein.
Zu Recht wird Jeremia der weinende Prophet genannt. Kein anderer Prophet erfährt so viel Widerstand und Hass von seinem eigenen Volk wie er. Doch Jahrhunderte später wird er in Israel hoch geehrt (Matthäus 16,14).
Immer wieder fordert Jeremia sein Volk auf, zu Gott umzukehren. Er kündigt ihnen das Gericht an, verheißt ihnen aber auch, dass Gott einen Teil von ihnen nach 70 Jahren aus der Gefangenschaft zurückführen wird (Kap. 29,10). Die Erfüllung seiner Prophezeiung kann man im Buch Esra nachlesen.
Jeremia blickt jedoch auch in eine spätere Zeit, wo Gott einen neuen Bund mit seinem Volk schließen wird. Das wird die herrliche Zeit des 1000-jährigen Friedensreichs sein - eine Zukunft, die ganz sicher eintreten wird, denn Gott hält sein Wort.