
Das Heilmittel der Vergebung
Der Maler Marcel Poggioli (1882-1969), der lange Zeit drogenabhängig war, schreibt in einem Artikel über seine Vergangenheit und die inneren Konflikte, die er in seiner Jugend erlebte: „Ich habe beschlossen, meinem Vater, meinem Arzt und der ganzen Gesellschaft zu vergeben. Ich habe verstanden, dass Vergebung wie ein Pflaster wirkt, das innere Wunden verschließt. Auch wenn Narben bleiben, ist der Schmerz kaum noch spürbar. Ich kann jedem, der noch unter Problemen aus der Kindheit oder ungelösten Konflikten leidet, nur raten, den Beteiligten zu vergeben. Es gibt immer einen Ausweg. Mit Jesus Christus wandelt sich der Sinn unseres Lebens zum Guten und Er gibt uns die Kraft, anderen Menschen zu vergeben.“
Vollständige Vergebung beruht auf einem Bekenntnis. Nur so vergibt Gott all unsere Sünden: Wir müssen sie Ihm aufrichtig bekennen. Wer weiß, dass Gott alle seine Sünden um des Namens Jesu willen vergeben hat, kann auch anderen vergebungsbereit begegnen (vgl. 1. Johannes 2,12). Folgen wir dem Beispiel Jesu: Als Er gekreuzigt wurde, obwohl Er keine einzige Sünde begangen hatte, betete Er für seine Peiniger: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34). Solch ein Gebet fällt uns gewiss nicht immer leicht. Doch je größer unsere Dankbarkeit gegenüber Gott ist, desto größer wird auch unsere Bereitschaft, denen zu vergeben, die uns verletzt haben. Vergebung ist das Heilmittel gegen Verbitterung - sie hilft, den erlebten Schmerz hinter sich zu lassen.