
Redewendungen, die aus der Bibel stammen (5)
Wer plötzlich etwas erkennt, was ihm vorher verborgen oder unklar war, dem „fällt es wie Schuppen von den Augen“. Auch diese Redewendung stammt aus der Bibel und entspricht exakt dem griechischen Urtext. Sie ist in unserem Wortschatz fest verankert.
Der Tagesvers berichtet von Saulus, einem strenggläubigen, hochgebildeten Juden, der alle jüdischen Vorschriften und Gesetze penibel beachtete. Er war überzeugt, den Glauben an Jesus von Nazareth mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen - und verfolgte die Christen mit großem Eifer. Doch plötzlich begegnete ihm Jesus Christus vor der Stadt Damaskus in einem strahlenden Licht. Dieses himmlische Licht übertraf den Glanz der Sonne und ließ Saulus erblinden. Drei Tage lang überdachte er seine Begegnung mit Jesus, den er tot geglaubt hatte. Er dachte über sein bisheriges Leben nach und musste sich eingestehen, dass er „ein Lästerer, Verfolger und Gewalttäter“ war - der „Erste der Sünder“ (1. Timotheus 1,13.15).
Nach diesen drei Tagen beauftragte der Herr Jesus einen Mann namens Ananias, Saulus aufzusuchen und ihm die Hände aufzulegen. Daraufhin erhielt er sein Augenlicht wieder zurück - und es „fiel wie Schuppen von seinen Augen“. Von diesem Moment an sah er klar - äußerlich und innerlich. Sein Leben nahm eine radikale Wende: Der einstige Verfolger wurde zu einem hingebungsvollen Diener Jesu Christi, für den im Vergleich mit dessen faszinierender Person alles andere wertlos erschien (vgl. Philipper 3,8). Sein Ziel war es, Jesus immer besser kennenzulernen und Ihm ähnlicher zu werden. Mit allen Fasern streckte Er sich nach seinem geliebten Herrn aus.
Wie wünschenswert wäre es, wenn es auch heute vielen Menschen so erginge und es wie Schuppen von ihren Augen fiele.