Di Dienstag
3.
Feb Februar
Gewiss, vergebens habe ich mein Herz gereinigt und meine Hände in Unschuld gewaschen.
Psalm 73,13

Redewendungen, die aus der Bibel stammen (2)

In einer Tageszeitung vom Oktober 2023 heißt es über einen hochrangigen Politiker: „Er wird seine Hände nicht in Unschuld waschen können.“ Diese Redewendung ist weit verbreitet und wird verwendet, wenn jemand versucht, sich von einer Sache oder Verantwortung loszusagen, obwohl er möglicherweise doch eine Mitschuld trägt.

Diese Haltung war schon im Alten Testament verbreitet, wie der Tagesvers zeigt. Doch erst richtig bekannt wurde die Rede­wendung durch Pontius Pilatus. Die Bibel berichtet, dass die Obersten des Volkes Israel ihn drängten, Jesus Christus kreuzigen zu lassen - obwohl Pilatus als Richter die Unschuld Jesu zweifelsfrei festgestellt hatte! Schließlich gab er dem Druck nach: „Als aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern vielmehr ein Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch sich die Hände vor der Volksmenge und sprach: Ich bin schuldlos an dem Blut dieses Gerechten, seht ihr zu“ (Matthäus 27,24).

Mit dieser symbolischen Geste wollte er jede Schuld an der Kreuzigung Jesu von sich weisen. Doch Gott wird diesen Richter, der gegen Recht und Gewissen entschied, eines Tages zur Rechenschaft ziehen.

Für jeden von uns kommt der Tag, an dem er vor Gott erscheint und sich für sein Reden und Tun verantworten muss. Dann hilft es nicht mehr zu sagen: „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“ Entscheidend wird allein sein, dass meine Sünden durch das Blut Jesu abgewaschen sind, so dass ich rein vor Gott stehe: „Das Blut Jesu Christi … reinigt uns von aller Sünde“ (1. Johannes 1,7).