Sa Samstag
31.
Jan Januar
Mein Auge verschmachtet vor Elend; zu dir, Herr, habe ich jeden Tag gerufen, zu dir habe ich meine Hände ausgebreitet. ... Warum, Herr, verwirfst du meine Seele, verbirgst dein Angesicht vor mir?
Psalm 88,10.15

Zornig auf Gott

Frank und Marie hatten eine kleine Tochter, die im Alter von 18 Monaten starb. Seitdem empfinden sie eine tiefe Leere, die mit der Zeit immer schwerer zu ertragen ist. Alle Versuche, diesen Schmerz zu überwinden, scheitern. Wie können sie nach einer solchen Tragödie noch an die Existenz Gottes glauben? Und wenn es Ihn gibt - warum hat Er ihnen dieses schreckliche Leid nicht erspart? Sie beginnen, mit Gott zu hadern und werden wütend auf Ihn.

Auch wenn wir solch ein Leid noch nicht erlebt haben, kann es vorkommen, dass wir zornig auf Gott werden. Auch mir, der ich gläubiger Christ bin, ist das leider schon passiert.

Ich hatte intensiv für etwas gebetet, von dem ich überzeugt war, dass es dem Willen Gottes entsprach. Ich vertraute auch auf seine Macht, es zu verwirklichen. Doch plötzlich kam alles anders - eine herbe Enttäuschung! Von diesem Moment an wollte ich mit Gott nichts mehr zu tun haben. Warum hat Er meine Gebete nicht erhört? Will Er mich nicht glücklich machen?

Viel später erkannte ich, dass meine Auffassung von Glück nicht im Einklang mit Gottes Plan war. Meine Vorstellung von einem glücklichen Leben war begrenzt und bruchstückhaft. Ich hatte übersehen, dass es einen unsichtbaren Bereich gibt, in dem ein höheres und unvergängliches Glück zu finden ist. Die Freude, die ich bis dahin gekannt hatte, war nur ein schwaches Muster einer viel größeren Freude - der Freude mit Gott! Mein Zorn gegenüber Gott verwandelte sich in Dankbarkeit, denn ich verstand, dass Gott mir meine Wünsche aus Liebe verweigert hatte. Er hat den Überblick über mein Leben und handelt stets zu meinem Besten. „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken“ (Römer 8,28).