
Gedanken zum Markus-Evangelium
Jesus hat seinen Jüngern angekündigt, dass die prächtigen Tempelbauten dem Erdboden gleichgemacht würden. Das Interesse der Jünger ist geweckt: „Wann wird das sein, und was ist das Zeichen, wann dies alles vollendet werden soll?“
Auf die erste Frage gibt der Herr keine direkte Antwort. Stattdessen warnt Er eindringlich vor Verführung, denn der Teufel ist darin ein Meister. Als großer Gegenspieler von Christus versucht er, die Aufmerksamkeit von Ihm abzulenken, indem er Ihn nachahmt. Diese Verführung wird im Antichrist gipfeln, „der sich selbst darstellt, dass er Gott sei“ (2. Thessalonicher 2,4). Leider werden viele Juden dieser Lüge zum Opfer fallen.
Anschließend spricht Jesus von Kriegen und Naturkatastrophen. Diese Ereignisse stehen zeitlich nicht unmittelbar mit der Zerstörung des Tempels in Verbindung, sondern werden in der „Zeit des Endes“ stattfinden (vgl. Daniel 8,17.19; 11,35.40; 12,4.9). Gemeint ist die Phase unmittelbar vor der Erscheinung Christi, wenn Er sein Reich errichten wird.
Diese Zeit wird die Brautgemeinde Christi - also alle Erlösten zwischen Pfingsten und der Entrückung - nicht miterleben, denn sie wird bereits bei Christus im Himmel sein. Wer Christus angenommen hat, kommt nicht unter diese Gerichte, denn sie sind für solche bestimmt, die Ihn abgelehnt haben. Für erlöste Christen gilt: „Das Ende aller Dinge ist nahe gekommen“ (1. Petrus 4,7). Sie dürfen den Herrn täglich erwarten.