
Liedergeschichten - So nimm denn meine Hände
Manche Glaubenslieder sind weltbekannt geworden. Dazu gehören Klassiker wie „Amazing Grace“ oder „Friede mit Gott“. Doch nur selten kennen wir die bewegende Geschichte, die hinter diesen tiefgründigen Liedern und Chorälen steht. Jedes dieser Lieder ist entstanden aus einer besonderen Glaubenserfahrung ihrer Verfasser, die fest in ihrem Glauben gegründet waren.
Auch das bekannte Lied „So nimm denn meine Hände“ (1862) wurde in einer besonderen Situation geschrieben. Die Dichterin, Julie Katharina von Hausmann (1826-1901), ist jung, frisch verlobt und eine überzeugte Christin. Kurz vor der Hochzeit reist ihr Verlobter nach Afrika, um dort eine Missionsstation aufzubauen. Der Plan ist, dass er vor Ort Vorbereitungen trifft, während Julie sich um fehlende Papiere kümmert und ihm danach folgt. Die Hochzeit soll in Afrika stattfinden.
Endlich kann sie abreisen. Doch in Afrika angekommen, erwartet sie nicht ihr Verlobter, sondern nur die erschütternde Nachricht, dass er wenige Wochen zuvor an einer Tropen-Krankheit gestorben ist. Man führt sie zu seinem Grab, und noch am selben Abend - so wird erzählt - dichtet sie dieses Lied. Darin drückt sie ihre tiefe Hilflosigkeit aus, aber auch ihr festes Vertrauen auf Gott.
Bis heute macht dieses Lied vielen Mut, weil es auf den hinweist, der in jeder Lebenslage nahe ist: Jesus Christus.
So nimm denn meine Hände und führe mich,
bis ich den Lauf vollende und ewiglich!
Ich kann allein nicht gehen, nicht einen Schritt.
Wo Du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit.