So Sonntag
18.
Jan Januar
Und als er aus dem Tempel heraustritt, sagt einer seiner Jünger zu ihm: Lehrer, siehe, was für Steine und was für Gebäude! Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Gebäude? Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen wird. Und als er auf dem Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas für sich allein: Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen, wann dies alles vollendet werden soll?
Markus 13,1–4

Gedanken zum Markus-Evangelium

Es war ein beeindruckendes Bauwerk, das König Herodes in 46 Jahren errichten ließ. Genau genommen existierte dieser Tempel in Jerusalem bereits seit 516 v. Chr., doch Herodes hatte ihn umgebaut und erheblich vergrößert, so dass er zu den architektonischen und künstlerischen Weltwundern der damaligen Zeit zählte. Wie schockierend für den Jünger zu hören, dass dieses prächtige Gebäude eines Tages völlig zerstört werden würde! Denn wer den Tempel mit eigenen Augen gesehen hatte, konnte sich kaum vorstellen, dass er in absehbarer Zeit nicht mehr existieren sollte. Doch genau so kam es: Im Jahr 70 n. Chr. zerstörte das Heer des römischen Feldherrn Titus die Heilige Stadt samt Tempel. Es war ein göttliches Strafgericht über das jüdische Volk, weil es seinen Messias verworfen hatte (vgl. Lukas 19,44).

Der Jünger zweifelte offenbar nicht an der Aussage seines Herrn. Doch vier von ihnen wollten es genauer wissen. Sie nutzten die Gelegenheit auf dem Ölberg - einem Ort, der ihnen vertraut war (vgl. Lukas 22,39). „Wann wird das sein“, wollen sie wissen und fragen nach dem genauen Zeitpunkt. Um sich darauf vorzubereiten, interessieren sie sich auch für die Vorzeichen dieses Ereignisses. Daraufhin beginnt der Herr seine letzte prophe­tische Rede, die auch in Matthäus 24 und 25 überliefert ist. Was folgt, ist jedoch weit mehr als eine bloße Aufzählung zukünftiger Ereignisse, die möglicherweise unsere Neugierde wecken könnten. Es ist eine Ansprache an Herz und Gewissen.