
Mehr als nur eine Geschichte
„Entschuldigen Sie bitte!“ Erwartungsvoll schaue ich in die Runde verschiedenster Religionsstifter: „Wie komme ich zu Gott?“ „Hier entlang“, antworten sie einstimmig und zeigen mir eine Brücke über ein großes Wasser. KORREKT LEBEN steht groß über der Brücke. „Einfach alle Gebotsschilder befolgen, dann kommst du sicher an.“
Ich entdecke ein Schild: Ermorde niemanden! Direkt dahinter ein zweites: Begehe keinen Raubüberfall! „Ist ja einfach“, denke ich erleichtert und beschleunige meine Schritte.
Sei freundlich! Hinterziehe keine Steuern! Spende an Arme! Obwohl mir die Brücke bei jedem Schritt wackeliger vorkommt, lasse ich mich nicht beunruhigen. Ich weiß: Ich bin ein guter Mensch, ich schaffe das!
Plötzlich wird die Brücke beängstigend eng, dann endet auch noch das Geländer. Schaue keine Pornos! Ein Glück, dass ich damit keine Probleme habe. Ich spüre ein erhebendes Gefühl in mir aufsteigen.
Hoppla! Fast hätte ich das nächste Schild übersehen: Schau nicht auf andere herab! Mir wird schwindelig. Fluche und meckere nicht! Nun verliere ich völlig die Balance. Mit den Armen rudernd stolpere ich einen weiteren Schritt nach vorne. Sag immer die Wahrheit!
Die Buchstaben tanzen vor meinen Blicken. „Es sind doch bloß Notlüüüüü …!“ Ich falle … höre mich schreien … dann verschließt Wasser meinen Mund. Panik überfällt mich, als ich die bittere Wahrheit erfasse: Ich schaffe es nicht! Ich bin verloren!
Da - ein Rettungsboot. Plötzlich begreife ich, dass der einzige Weg, der wirklich zu Gott führt, ein ganz anderer ist: Im Boot steht nämlich der Mann, der gesagt hat: „Ich bin der Weg … Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Johannes 14,6).