Fr Freitag
14.
Mai Mai
Wie wenn jemand vor dem Löwen flieht, und es begegnet ihm ein Bär; und er kommt nach Hause und stützt seine Hand an die Mauer, und es beißt ihn eine Schlange.
Amos 5,19

Hier entkommt ein Mann einem Löwen und einem Bären. Doch dann, zu Hause und in vermeintlicher Sicherheit, wird er von einer Schlange gebissen. Der Tod lauerte dort, wo er ihn möglicherweise gar nicht vermutete!

Als im Jahr 1452 die osmanische Armee Kon­stantinopel belagerte, kämpften die oströmischen Soldaten um den letzten byzantinischen Kaiser Konstantinos XI. (1404-1453) mit dem Mut der Verzweiflung. Umsonst. Sie verloren die Schlacht und die Stadt und Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Bücher mit der Weisheit von Jahrhunderten wurden zerstört, verbrannt oder geplündert.

Warum fiel die Stadt? Weil man die Kerkaporta, eine kleine Nebentür in der Mauer, vergessen hatte! Die Tür hatte keine strategisch militärische Bedeutung, so vergaß man sie. Aber sie war nicht verriegelt, nicht verschlossen! Durch sie kam der Feind in die Stadt, zunächst vorsichtig, weil er einen Hinterhalt vermutete, dann ungläubig, dann verwegen, dann siegreich. Eine kleine Nachlässigkeit, eine Gleichgültigkeit - und der Tod war in der Stadt.

Wie viele Beziehungen werden zerstört - durch eine einzige Tat, einen Klick im Internet, eine Nacht … So wie am Anfang, als „durch den Ungehorsam des einen Menschen“, Adam, die Sünde in die Welt kam und an alle Menschen weitervererbt wurde (Römer 5,19). Und alle zu Sündern wurden. Da war der Tod eingezogen!

Doch es gibt auch das Gegenteil: das Wunder der Gnade Gottes. Wie durch einen einzigen Menschen Verderben kam, so kam durch einen Menschen auch das Heil, durch Jesus Christus. Dieses Mal war es keine „Tür“ zum Tod - sondern zum Leben! Denn Jesus ist die Tür, durch die jeder errettet werden kann! (Johannes 10,9)