Sa Samstag
26.
Dez Dezember
Ihr werdet ein Kind finden in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
Lukas 2,12

Weihnachten - Hirten auf dem Feld

Es ist Nacht über den Feldern von Bethlehem. Die Hirten hocken am niedrigen Feuer und bewachen ihre Herden.

Der Beruf des Hirten hatte eine lange Tradition in Israel. Die Patriarchen, die alten Stammväter Israels, besaßen große Herden, und der spätere König David arbeitete in seiner Jugend als Hirte. Es war ein harter und gefährlicher Beruf. Traten die Hirten doch wilden Tieren, die ihre Herde bedrohten, oft nur mit ihrem Stecken, einer Keule von etwa einem Meter Länge, entgegen. Hirten blieben im Sommer ganz bei ihren Herden. Sie nahmen nicht oder nur unregelmäßig am religi­ösen Leben teil, weshalb sie von den frommen Juden etwas von oben herab angesehen wurden.

Über ihnen breitet sich der Sternenhimmel. Worüber die Hirten wohl sprechen? Vielleicht über ihre Herden, über kranke Tiere? Über ihre Familien? Oder über die politische Lage, Israels bedrückende Lage unter der römischen Besatzungsmacht? Und dass der Retter, den Gott schon so lange versprochen hatte, noch immer nicht gekommen war? Oh ja, Gott würde ihn senden, den Messias Israels, daran glauben sie fest! - Vielleicht hängt auch jeder der Männer still seinen Gedanken nach …

Mitten in der Stille und Dunkelheit der Nacht umstrahlt sie plötzlich ein Licht - und ein Engel steht vor ihnen! Die Hirten erschrecken. Sie haben Angst. Doch der Engel beruhigt sie und sagt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude. Denn euch ist heute ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr!“ Wie um das Wort des Engels zu bekräftigen, umringt ihn auf einmal das „Heer des Himmels“, ein Heer von Engeln, die Gott loben. Die Hirten sehen sich freudig an. Der Erretter ist geboren - in Bethlehem, in ihrer Stadt! Sie laufen und finden das Kind in der Futterkrippe, so wie der Engel es ihnen gesagt hat!