
Gedanken zum Markus-Evangelium
Die Bezeichnung Golgatha ist die griechische Form des aramäischen Wortes gulgultha. Der Evangelist Markus fügt die Übersetzung gleich hinzu, damit seine Leser verstehen, was Golgatha bedeutet: Schädelstätte. Vermutlich handelte es sich um eine Felsformation, die einem Schädel glich. Dieser höhergelegene Ort bei Jerusalem war gut geeignet, um eine Hinrichtung für viele Menschen sichtbar und abschreckend durchzuführen.- An diesem Ort soll der Sohn Gottes sterben!
Die Vorbereitungen für die Kreuzigung laufen auf Hochtouren. Doch bevor die schweren Nägel durch die Hände bzw. Handwurzeln getrieben werden, bieten die Henker Jesus ein Betäubungsgetränk an, das die Schmerzen der Kreuzigung lindern soll. So erfüllt sich eine weitere Aussage des Alten Testaments: „Sie gaben in meine Speise Galle“ (Psalm 69,22; vgl. Matthäus 27,34).
Doch warum nimmt der Herr Jesus dieses Getränk nicht an? Gewiss, weil Er bis zu seinem Tod bei vollem Bewusstsein sein will. Denn Er würde nicht allein die unsäglichen Schmerzen der Kreuzigung erleiden, sondern dort auch von Gott verlassen werden, wie wir noch sehen werden (vgl. Markus 15,34).
Markus schildert keine Einzelheiten der Kreuzigung. Offensichtlich konnte er davon ausgehen, dass seine Leser wussten, dass es sich um eine der qualvollsten Hinrichtungsarten handelt. Es erfüllt mich mit großer Bewunderung für Jesus, meinen Retter, dass Er dieses Leid bewusst ertrug.
Unter dem Kreuz Jesu teilen die Soldaten seine Kleider unter sich auf. Obwohl auch dieses Detail exakt vorausgesagt war, blieben sie voll verantwortlich für ihr pietätloses Verhalten (vgl. Psalm 22,19).